Fußball WM 2018 – Österreich schaut nicht weg

Public Viewing wurde mittlerweile zur liebsten Sommersportart von so manchem. Auch wenn es die österreichische Nationalmannschaft in diesem Jahr wieder nicht zur WM geschafft hat, fiebern natürlich viele Österreicher und Österreicherinnen dem Großereignis entgegen.

Wem dabei die Daumen gedrückt werden und wo in Wien man an Public Viewing Events teilnehmen kann ist zwar noch nicht ganz klar, aber es gibt aber in beide Richtungen die eine oder andere Vermutung. Seit 1998 in Frankreich war unsere Nationalmannschaft bei keiner WM mehr dabei. Eigentlich wäre es mal wieder an der Zeit gewesen. Leider wurde aus den großen Ambitionen die schlechteste WM-Quali seit über 20 Jahren. Mit Rang vier schloss man in der Quali-Gruppe so schlecht ab, wie lange nicht mehr.

Public Viewing in Wien

Auch in den letzten Jahren wurde ohne österreichische Teilnahme Public Viewing groß geschrieben und es gab zahlreiche Locations und Möglichkeiten, die WM in der Hauptstadt auf Großbildleinwänden zu verfolgen. Insbesondere die Strandbar Herrmann blieb hier in Erinnerung, denn mit einer Leinwand mit einer Diagonalen von 21 Metern und rund 2.000 Besuchern gehörte die Location zu den größten Public Viewing Locations in Österreich überhaupt. Es ging vielerorts aber auch etwas ruhiger zu, wenn man an das Flex am Donaukanal, die Pratersauna mit Pool und Liegestühlen in der Waldsteingartenstraße oder das WUK in der Währinger Straße denkt.

Speziell für deutsche Fans und die sogenannten Austrodeutschen stand auch das Adria in Wien zu Verfügung, wo die Spiele des DFB-Teams auf zwei großen Leinwänden übertragen wurden. Doch wem drücken die Österreicher bei der WM eigentlich die Daumen?

Ein Herz für die DFB-Elf

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Schaut man auf die WM 2014 zurück, sprechen die Zahlen für sich. Laut einer Umfrage glaubten damals 25% der Alpenrepublikaner/innen an einen WM-Sieg Deutschlands und sogar 19% haben dem DFB-Team die Daumen gedrückt, wie der Standard berichtete. Keine andere Mannschaft erreichte solche Werte. Dies ist insofern interessant, als dass beispielsweise eine Studie des deutschen Wissenschaftlers Thomas Kölln im vergangenen Jahr zu dem Schluss kam, dass viele Deutsche in Österreich mit Anfeindungen konfrontiert werden, weil laut Studie Österreicher das Gegenbild zum Deutschen sind: Charmant, selbstrelativierend, leise und beliebt. Dies seien Adjektive, die auf den Deutschen im Allgemeinen nicht zuträfen.

Allerdings hat die Erfahrung auch gezeigt, dass Großevents und Erfolge das Wir-Bild bestätigen können, wie sich insbesondere auch nach der WM 2006 am Beispiel Deutschlands gezeigt hat. So hat sich das Image der Deutschen nach der Großveranstaltung deutlich verbessert und auch der WM-Titel 2014 hob das Ansehen des deutschen Teams auf ein neues Niveau. Sicherlich wird der eine oder andere auch schlichtweg mit Spannung verfolgen wollen, ob das DFB-Team den Titel in diesem Jahr verteidigen kann. Hierfür spricht einiges, denn schaut man sich die Quoten beim Sportwettenanbieter Betway an, werden Deutschland und Brasilien jeweils mit einer Quote von 6,0 gehandelt (Stand 21. Februar 2018). Frankreich ist mit einer Quote von 6,5 ebenfalls noch gut dabei, danach folgt erst einmal lange nichts, denn Spanien folgt erst mit 9,0 bzw. Argentinien mit 10,0. Für Wettfans, die in Österreich traditionell groß vertreten sind, dürfte das Großereignis also wieder ein Highlight werden.

Die (Winter)Sport-Alpenrepublik

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Wie es zukünftig um den Profisport in Österreich bestellt sein wird, ist derzeit die große Frage. Umso erfreulicher war es zu sehen, dass das österreichische Hockey-Team erstmals Weltmeister werden konnte. Bei den olympischen Spielen 2018 konnten die Österreicher wieder zeigen, wie viel Sportsgeist in ihnen steckt und standen am 22. Februar 2018 sogar auf Platz 8 des Medaillenspiegels. Insbesondere auch die nordischen Kombinierer machten mit Spitzenleistungen auf sich aufmerksam. Beim Wintersport läuft’s traditionell rund.

Besonders erfreulich ist aber: Erst kürzlich wurde zudem der österreichische E-Sport Verband ESVÖ gestartet, denn bisher trat Österreich auf dem neuen Gebiet des elektronischen Sports kaum in Erscheinung. Es wird also Zeit, dass sich auch in diesem Bereich etwas tut.

Natürlich ist auch die Fußball-Nationalmannschaft trotz des Aus nicht abgeschrieben und es steht im Sommer noch ein wichtiger Termin bevor: Ein Freundschaftsspiel gegen die DFB-Elf in Klagenfurt. Während sich das deutsche Team damit auf die WM vorbereitet, will das ÖFB-Team zeigen, dass es nicht nur ein guter Gastgeber ist, sondern auch sportlich mithalten kann. Den treuen Fans möchte man mit diesem Spiel eine besondere Attraktion bieten, wie ÖFB-Präsident Leo Windtner heute.at mitteilte.

WM in Wien live mitverfolgen

Als sportbegeisterte Nation finden natürlich auch 2018 wieder Public Viewings en masse statt. Wer in diesem Jahr die WM in Wien mitverfolgen möchte, wird dazu reichlich Gelegenheit haben. Neben dem bereits erwähnten Q19 wird es weitere Locations geben, an denen die Spiele öffentlich übertragen werden. Wir gehen davon aus, dass sowohl im WUK, als auch unter Umständen auf dem Rathausplatz Spiele gezeigt werden. Letztere Location wird aber wohl dem Finale vorbehalten bleiben, denn seitens der Stadt sind keine Aktivitäten geplant, sodass auf private Veranstalter, die in Österreich ab 300 Zuschauern eine Genehmigung brauchen, gehofft werden muss. Traditionell sind Veranstaltungen auf Großbildleinwänden – wie auch das Sommerkino – bei den Wienern sehr beliebt. Wir wünschen uns trotz der Nicht-Teilnahme eine spannende, unterhaltsame und vor allen Dingen gesellige WM 2018, zu der Public Viewing klar dazugehört.

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