Open Source als Wirtschaftsform?

Anfangs bekämpft, ist er in der IT-Welt längst bewährt. Stellt sich die Frage: Lässt sich der Open Source-Gedanke auch in andere Bereiche der kreativen Wertschöpfung übertragen?

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Seit dem Aufkommen des Open Source-Gedankens in der Softwareentwicklung entstand so etwas wie eine auf die gesamte Gesellschaft übergreifende Bewegung. Open Source meint generell öffentlich zugängliche Lizenzen zur Weiterverarbeitung von Produkten und hält als Geschäftsmodell der Zukunft längst Einzug in Teile der kapitalistisch organisierten Wirtschaftswelt. Ausgehend von der IT-Branche verbreitete sich der Gedanke und wurde gleichsam zum Synonym für innovative Arbeits- und Produktionsformen. Es vereinfacht den öffentlichen Zugang zu Wissen und Kultur – und verwischt die Grenzen zwischen Kunde, Produkt und Produktion. Etwa in der Linux-Community: Dort arbeiten auf Projektbasis Programmierer an Weiterentwicklungen des Betriebssystems und vertreiben diese auf kommerzieller und nichtkommerzieller Basis. Dieser Code wird immer weiter und weiter entwickelt und vermarktet.

Im Moment behindern oftmals Patente und Lizenzen den öffentlichen Austausch von Ideen und Erfindungen. Um etwas auf legalem Weg weiterzuentwickeln, braucht es demnach auch über das entsprechende Kleingeld. Fällt diese Schranke, ist ein größeres Potential gegeben, um innerhalb einer „Community“ die Produktweiterentwicklung, also: -verbesserung voranzutreiben – zum Vorteil der Allgemeinheit. Darin könnte – zum Beispiel – in der Pharmabranche großes Potential liegen /(siehe Beitrag von Hannes Offenbacher)/.

Auf lange Sicht gesehen sollte sich mit Open Source-Modellen durchaus auch über die IT-Branche hinaus wirtschaften lassen. Denn Open Source kann gewährleisten, dass auch diejenigen honoriert werden, die ein Produkt herstellen, und der finanzielle Profit nicht ausschließlich den Unternehmen oder Anteilseignern selbst zukommt. Der Zusammenschluss einer großen „Community“, die gemeinsam an Innovationen auf den verschiedensten Gebieten arbeitet, mag utopisch klingen, aber es wäre über kurz oder lang für alle Beteiligten und darüber hinaus eine Bereicherung – sowohl im Kreativbereich als auch in der Forschung.

Wie die Umlegung des Open Source-Modells auf weiter reichende Teile der Wirtschaftswelt ausschauen könnte, bleibt zwar vorerst ungewiss. Doch der Gedanke ist bereits in den Köpfen vieler Geschäftsleute verankert, die Möglichkeiten werden gerade erst gedacht und vielerorts herrscht das Prinzip Versuch-Irrtum.

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