Back to the Underground

Einmal mehr steht "Need for Speed" für kompromisslose Arcade-Raserei und aufgemotzte Autos.

Nachdem vor zwei Jahren das Next-Gen-Seriendebut "Need for Speed Rivals" erschien und nicht vollends überzeugte, pausierte die Marke. Nun wurde der Reboot gewagt (erkennbar auch am Namen ohne Anhängsel). Nach neuen Ideen muss man allerdings suchen, das Ganze wirkt wie ein modifiziertes "Rivals" garniert mit dem "Underground"-Setting.

Ewige Nacht

Ventura Bay, die fiktive Großstadt im Spiel, erkundet ihr frei und stets bei Nacht (und oftmals bei Regen). So recht lebendig will es dort – nicht zuletzt aufgrund des sporadischen Zivilverkehrs und einer lahmen Story – nicht werden; dafür gibt es reichlich Angebot an Wettbewerben: Die Kategorien "Speed", "Style", "Schrauber" und "Crew" erfordern jeweils spezielle Manöver, während in "Outlaw" serientypisch die Polizei geärgert wird.

Wer gerne an Autos schraubt und Feintuning betreibt, könnte bei "Need for Speed" glücklich werden: Bereits Nuancen in den Einstellungen wirken sich deutlich am Asphalt aus. An der arcade-lastigen Fahrweise hat sich aber glücklicherweise nichts geändert; perfektes Driften ist nach wie vor Trumpf.

Nicht allein, stets einsam

Eine Warnung für alle Offline-Gamer: Das spiel läuft nur mit permanenter Internetverbindung. Das hat zur Folge, dass in einer Sitzung bis zu sieben andere Spieler rasen; allerdings bekommt ihr von denen nur selten etwas mit, da jeder seine eigenen Ziele verfolgt und es an Komfortfunktionen mangelt (beispielsweise einfach ein Rennen für alle zu starten). Da wurde leider Potenzial verschenkt.

Die Rückkehr des Gummibands

Spätestens gegen Ende der Story fällt auf, dass sich die KI-Gegner offensichtlich am individuellen spielerischen Können orientiert. Dementsprechend spannend bleiben die meisten Rennen bis zum Ziel, andererseits lassen sich Konkurrenten auch mit den besten Fahrmanövern nicht abhängen. Spielerisch eine äußerst fragwürdige Entscheidung. Dafür überzeugt das Game mit hübscher Optik und gelungenem "Underground"-Feeling.. Und bei nächtlichem Regen kommen die schönen Beleuchtungs- und Spiegeleffekte eben besonders gut.

Solide Basis

Die schwedischen Entwickler Ghost Games schufen ein gutes Fundament für kommende Teile, insbesondere die Bereiche Präsentation und Fahrgefühl sind bei „Need for Speed“ gelungen. Gut zu Gesicht stünden dem Nachfolger (er kommt gewiss) zudem eine fein erzählte Story und der Mut zum Bekenntnis: ohne Gummiband.

»Need For Speed« ist bereits erschienen.

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