Groovende Absage an Metaphern – Videopremiere: Mwita Mataro »Es begann alles mit Feuer«

Nach zwei Alben und einer Vielzahl an gefeierten Live-Performances mit At Pavillon veröffentlicht Mwita Mataro mit »Es begann alles mit Feuer« nun seine Solo-Debütsingle.

© Gabriel Hyden

Für Mwita Mataro begann alles mit At Pavillon. Als Teil dieser Combo hat er bereits zwei Longplayer veröffentlicht, zuletzt vor einem Jahr »Personal Development Deals«. Nun geht es Mataro aber (auch) alleine an und singt dafür auf Deutsch. Musikalisch klingt das nach wie vor nach gut produziertem Indie-Pop, mit leichter Verschiebung von Indie in Richtung Pop. Was jetzt nicht heißen soll, dass Mataro plötzlich Songs aus der Retorte macht. Da ist nach wie vor viel musikalischer und politischer Anspruch zu hören. Nur ist halt alles ein bisschen eingängiger, ein bisschen melodischer und Mataros Stimme klingt ein bisschen mehr nach R&B als üblich.

Back to the basics

Mwita Mataro (Bild: Gabriel Hyden)

Die Single mit der Mataro seine Solo-Premiere feiert heißt »Es begann alles mit Feuer« und sie ist schon ziemlich Fire-Emoji, muss man sagen. Der Groove kündigt sich schon beim reduzierten Intro an. Erst nur instrumental, dann blitzt Mataros Stimme darüber auf, bevor schlussendlich der Beat vollends einsetzt – spätestens dann ist zumindest Mitwippen nicht mehr zu unterdrücken.

Daran ändert auch das Sinnieren über den zunächst etwas kryptischen Text wenig. »Hören wir auf in Metaphern zu reden / hören wir auf in Zahlen zu leben« lautet die zentrale Förderung, die ob der Titelzeile »Es begann alles mit Feuer / dann kam Strom« etwas widersprüchlich anmutet. Denn was könnte Mataro hier meinen, wenn er nicht in Metaphern spricht? Doch vielleicht ist er tatsächlich einfach beim Wort zu nehmen und es geht ihm um eine Rückbesinnung auf die gesellschaftlichen Basics – mit Feuer als zivilisatorischem Grundbaustein – und um eine Absage an all den Überbau, der diese basale Gemeinsamkeit verschleiert. Dazu dürfte dann vermutlich auch der Mythos Nationalstaat zählen, worauf die im Video fast allgegenwärtige Österreichflagge hinweisen könnte.

All diese Deutungsversuchen riechen aber schon wieder mächtig nach der Metaphorikfalle. Vielleicht also lieber Interpretationspause und stattdessen noch zwei bis dreimal auf »Play Again« drücken. Schaden kann’s sicher nicht.

Die Single »Es begann alles mit Feuer« von Mwita Mataro ist heute bei Lotterlabel erschienen.

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