Raubtiere

Vorweg: Teresa, Mitte 40, früher Zirkuskind, heute Volksschullehrerin, hat es sicher nicht leicht, unbestritten.

Da sind der Unfalltod ihres Vaters im Raubtierkäfig und eine an Alzheimer erkrankte Mutter, die sich weder an den Ehemann noch an die eigene Tochter erinnert und stattdessen ihre Vertreibung als Sudetendeutsche aus Tschechien neu durchlebt. Auch der Zirkusgefährte des Vaters samt eben wiedergefundenem Sohn und hochschwangerer Tigerin wollen auf der Flucht vor den Behörden versorgt werden und dann regelt die Protagonistin zwischen Fremdenfeindlichkeit und Beziehungsfragen ganz en passant noch die Familienprobleme eines ehemaligen Schülers. Ziemlich viel für ein Leben – und für einen knapp 200 Seiten starken Roman: Christine Teichmann lässt ihre in einer zurechtgebogenen Konstellation aufeinander bezogenen Figuren zwischen Erzählräumen hin- und herstolpern. Anstatt wenige Themen konsequent aufzufalten, verlegt sie sich auf narratives Dahindümpeln und schrammt mit ihrem inhaltlichen Knallbonbon oft nur haarscharf am blinden Motiv vorbei. Dabei könnten die gewählten Themen so interessant sein. Wie gesagt: Könnten.

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