Wellen der Angst

Die Austrofizierung alternativer Liedgüter ist so einfach nicht. Allein für diesen Ansatz sollte der Neigungsgruppe, deren Zweitling „Wellen der Angst“ sich wieder dem Wienerischen verschrieben hat, Achtung geschenkt werden.

Denn einen gewissen Mut zur Peinlichkeit muss man einem solchen Projekt von Start weg schon mit auf die Reise geben. Geht es doch auch im konkreten Fall darum, die starke Brechung – fünf FM4-Arbeitnehmer, die von Exzess, Melancholie und Verzweiflung singen – so wenig wie möglich sichtbar zu machen. Drückt man ein Auge zu, funktioniert das auch ganz okay. Neben fünf Coverversionen wie z.B. „Dying On The Vine“ (John Cale), „Waves Of Fear“ (Lou Reed) oder das im Original unfassbar schöne „Military Of The Heart“, bei welchem der (auch hörbar) aus Kärnten stammende Naked Lunch-Sänger Oliver Welter dazu verdammt wurde, Wienerisch zu singen, hat man den neuen Silberling mit eigenem Stückwerk angereichert. Wieder mutig und in Ordnung. Ein wenig Fremdschämen, aber auch Dankbarkeit für dieses Update in Sachen Wienerlied müssen da schon drin sein.

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