Die Neunziger, Blutdurst und Ferien im Kino – Erste Programm­highlights der Viennale 2026

Zückt die Kalender! Von 22. Oktober bis 3. November findet die 64. Viennale statt. Im Rahmen eines Presse­gesprächs präsentierte Festival­direktorin Eva Sangiorgi heute die ersten Programm­punkte der dies­jährigen Ausgabe.

© Alexander Tuma

Mit dabei ist etwa Ulrike Ottingers Film »Die Blut­gräfin«, in dem Isabelle Huppert als vampirische Erzsébet Báthory im heutigen Wien erwacht und sich mit Birgit Minichmayr als Zofe auf die Suche nach dem roten Lebens­saft macht. Anlässlich der Viennale wird Huppert selbst in Wien zu Gast sein.

Auch einige inter­nationale Festival­highlights haben es bereits ins Programm geschafft, darunter Ryūsuke Hamaguchis in Cannes ausge­zeichneter Film »Soudain« sowie James Grays star­besetzter »Paper Tiger« mit Adam Driver, Scarlett Johansson und Miles Teller.

Ferien im Kinosaal

Damit auch die nächste Generation von Kino­besucher*innen in den Sälen Platz nimmt, gibt es dieses Jahr erstmals ein Ferienabo für Jugendliche ab vierzehn Jahren. In den Herbstferien hätten diese jedenfalls genug Zeit. Für zwanzig Euro inkludiert dieses spezielle Angebot vier ausgewählte Filme des Festivals. Erwachsene können sich um dreißig Euro ein Begleitabo zulegen. Sangiorgi: »Wir wollen junge Menschen ansprechen und sie an unter­schiedliche Arten von Filmen heranführen. Die Ini­tia­tive ist nicht nur für Cineast*innen.«

»Slidin’ – Alles bunt und wunderbar« (Bild: Novotny & Novotny / Epo-Film / Film AG / Filmarchiv Austria)

»Alles bunt und wunderbar«

Das Special des Filmarchiv Austria macht heuer einen kleinen Zeitsprung zurück zum öster­reichischen Film der Neunziger. Kurator Florian Widegger beschreibt das Jahrzehnt als eine Zeit, in der »Analoges auf Digitales gestoßen ist und vieles mög­lich schien, die gleich­zeitig aber von großen Unsicher­heiten wie dem Jugoslawien­krieg ge­prägt war«.

Auf den heimischen Leinwänden rückten unter­schiedliche Lebens­realitäten und Fragen nach Identität und Zugehörigkeit stärker in den Fokus. Diese Um­brüche sollen durch fünf Filme zurück auf die Leinwand gebracht werden. Darunter finden sich »Ternitz, Tennessee« von Mirjam Unger und »Slidin’ – Alles bunt und wunderbar« von Barbara Albert, Michael Grimm und Reinhard Jud – dessen Unter­titel zugleich als Motto des Specials fungiert.

Robert Aldrich in der Retrospektive

Gemeinsam mit dem Öster­reichischen Film­museum widmet die Viennale Robert Aldrich eine nahezu voll­ständige Retro­spektive. Filme wie »Kiss Me Deadly«, »What Ever Happened to Baby Jane?« oder »The Dirty Dozen« gelten heute laut Kurator Christoph Huber zwar als Klassiker, der Regisseur selbst werde aber nach wie vor unterschätzt. Die Werk­schau soll Aldrich aus dem »unverdienten Schatten« holen und ist von 23. Oktober bis 30. November im Filmmuseum zu sehen.

Damit ist das erste Stöbern im diesjährigen Programm aber noch lange nicht beendet. Angekündigt wurden darüber hinaus Specials zu Jocelyne Saab, Phil Solomon und Vasko Pregelj sowie zahlreiche weitere Filme aus der inter­nationalen Kino­landschaft. Und was es sonst noch bei der Viennale zu sehen geben wird, erfahren wir am 13. Oktober bei der all­jährlichen Programm­präsentation im Metro Kino­kulturhaus.

Die Viennale findet heuer von 22. Oktober bis 3. November statt. Weitere Informationen unter www.viennale.at.

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