Zückt die Kalender! Von 22. Oktober bis 3. November findet die 64. Viennale statt. Im Rahmen eines Pressegesprächs präsentierte Festivaldirektorin Eva Sangiorgi heute die ersten Programmpunkte der diesjährigen Ausgabe.

Mit dabei ist etwa Ulrike Ottingers Film »Die Blutgräfin«, in dem Isabelle Huppert als vampirische Erzsébet Báthory im heutigen Wien erwacht und sich mit Birgit Minichmayr als Zofe auf die Suche nach dem roten Lebenssaft macht. Anlässlich der Viennale wird Huppert selbst in Wien zu Gast sein.
Auch einige internationale Festivalhighlights haben es bereits ins Programm geschafft, darunter Ryūsuke Hamaguchis in Cannes ausgezeichneter Film »Soudain« sowie James Grays starbesetzter »Paper Tiger« mit Adam Driver, Scarlett Johansson und Miles Teller.
Ferien im Kinosaal
Damit auch die nächste Generation von Kinobesucher*innen in den Sälen Platz nimmt, gibt es dieses Jahr erstmals ein Ferienabo für Jugendliche ab vierzehn Jahren. In den Herbstferien hätten diese jedenfalls genug Zeit. Für zwanzig Euro inkludiert dieses spezielle Angebot vier ausgewählte Filme des Festivals. Erwachsene können sich um dreißig Euro ein Begleitabo zulegen. Sangiorgi: »Wir wollen junge Menschen ansprechen und sie an unterschiedliche Arten von Filmen heranführen. Die Initiative ist nicht nur für Cineast*innen.«

»Alles bunt und wunderbar«
Das Special des Filmarchiv Austria macht heuer einen kleinen Zeitsprung zurück zum österreichischen Film der Neunziger. Kurator Florian Widegger beschreibt das Jahrzehnt als eine Zeit, in der »Analoges auf Digitales gestoßen ist und vieles möglich schien, die gleichzeitig aber von großen Unsicherheiten wie dem Jugoslawienkrieg geprägt war«.
Auf den heimischen Leinwänden rückten unterschiedliche Lebensrealitäten und Fragen nach Identität und Zugehörigkeit stärker in den Fokus. Diese Umbrüche sollen durch fünf Filme zurück auf die Leinwand gebracht werden. Darunter finden sich »Ternitz, Tennessee« von Mirjam Unger und »Slidin’ – Alles bunt und wunderbar« von Barbara Albert, Michael Grimm und Reinhard Jud – dessen Untertitel zugleich als Motto des Specials fungiert.
Robert Aldrich in der Retrospektive
Gemeinsam mit dem Österreichischen Filmmuseum widmet die Viennale Robert Aldrich eine nahezu vollständige Retrospektive. Filme wie »Kiss Me Deadly«, »What Ever Happened to Baby Jane?« oder »The Dirty Dozen« gelten heute laut Kurator Christoph Huber zwar als Klassiker, der Regisseur selbst werde aber nach wie vor unterschätzt. Die Werkschau soll Aldrich aus dem »unverdienten Schatten« holen und ist von 23. Oktober bis 30. November im Filmmuseum zu sehen.
Damit ist das erste Stöbern im diesjährigen Programm aber noch lange nicht beendet. Angekündigt wurden darüber hinaus Specials zu Jocelyne Saab, Phil Solomon und Vasko Pregelj sowie zahlreiche weitere Filme aus der internationalen Kinolandschaft. Und was es sonst noch bei der Viennale zu sehen geben wird, erfahren wir am 13. Oktober bei der alljährlichen Programmpräsentation im Metro Kinokulturhaus.
Die Viennale findet heuer von 22. Oktober bis 3. November statt. Weitere Informationen unter www.viennale.at.