Auf ihrem dritten Album »Apply Autonomy« nehmen sich My Ugly Clementine der Frage nach Autonomie an und landen mit der Antwort irgendwo zwischen Abhängigkeit und Hyper-Independence.

Auf »Apply Autonomy« geht es darum, wie man sich selbst ermächtigen kann, ohne in einer Hyper-Independence zu enden. Mit ihrem charakteristischen Indie-Sound liefern Mira Lu Kovacs, Sophie Lindinger und Nastasja Ronck dabei eine befreiende Energieleistung ab.
Der Opener »Don’t Mess with Me« macht den Titel zum Programm. Alleinstehende Gitarrenklänge werden von lauten Ausbrüchen durchkreuzt – das Nicht-Fühlen steckt im Stillen, die aufsteigende Wut wird in der düsteren Stimme deutlich. Die Singleauskoppelung »Confidence« führt diesen Ausbruch fort. Das Hinwegtäuschen über niedriges Selbstvertrauen wird in klassischer Clementine-Manier mit tanzbaren Indie-Gitarren zum Ausdruck gebracht.
Energie des Totalschadens
Die Perspektive des Albumcovers blickt aus einem Mund heraus auf ein unaufgeräumtes Zimmer, mit dem Vorgängeralbum an der Wand und einem Pferd vor dem Fenster; das zeigt, wo My Ugly Clementine hinmöchten. »Apply Autonomy« soll verzerrt und unaufgeräumt sein. So zu hören bei »Head in the Air«, wenn harter Rock auf die freigewordene Energie einer endenden Beziehung trifft. Die Band holt alles aus ihren Instrumenten und Stimmen, um den Totalschaden des Aufpralls mit Aggression zu verarbeiten.
Doch es geht nicht nur um Verletzungen, sondern auch um die hohe Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen. Zeilen über freundschaftliche Liebe bis zum Tod werden auf »Unlawfully Wedded« mit der Frage »But who are we to the government?« verbunden. Knappe drei Jahre nach ihrem letzten Album sind My Ugly Clementine mit einer Portion Angriffslust sowie ausgiebigem Freiheitsdrang zurück und bestätigen auf Albumlänge den Status einer Band für große Open-Air-Konzerte.

Das Album »Apply Autonomy« von My Ugly Clementine erscheint am 4. September 2026. Die nächsten Konzerttermine der Band: 5. September, Wien, Kino am Dach — 28. September, München (DE), Ampere — 29. September, Frankfurt (DE), Brotfabrik — 30. September, Köln (DE), CBE — 4. Oktober, Münster (DE), Gleis 22 — 10. Oktober, Leipzig (DE), Werk 2 — 11. Oktober, Berlin (DE), Columbia Theater — 12. Oktober, Hamburg (DE), Knust — 28. Oktober, Linz, Posthof — 29. Oktober, Zürich (CH), Exil — 30. Oktober, Stuttgart (DE), Club Cann — 4. März, Salzburg, Rockhouse — 5. März, Dornbirn, Conrad Sohm — 19. März, Graz, PPC — 4. Juni, Wien, Arena Open Air.