Ars Electronica 2017: Die Highlights

Können Roboter fühlen? Was werden Menschen tun, wenn Maschinen Ihre Arbeit machen? Außerdem: Hirne steuern Bagger, ein Nervenbündel spielt Musik.

© Florian Voggeneder

Was ist eigentlich Intelligenz? Und dann erst recht: Was ist künstliche Intelligenz? Das Linzer Ars Electronica Festival (AEF) geht in seiner 41. Ausgabe diesen und anderen Fragen nach. Es läuft vom 7. bis 11. September und steht unter dem Motto „AI Artificial Intelligence – Das andere Ich“. Dabei wird nicht nur geredet, sondern auch (im weiteren Sinne) gebastelt und getanzt. Das heurige Programm ist gewohnt visionär und vielschichtig aufgebaut. Wir haben euch schon mal ein paar Höhepunkte rausgesucht.

Das Leben von morgen

Das Programm ist wie immer gesellschaftspolitisch umrahmt. Es geht aber nicht allein um Künstliche Intelligenz, wie folgende Projekte zeigen.

Turnton Docklands – Im Jahr 2047 leidet die Küstenstadt Turnton nicht unter dem Klimwandel, sie nutzt ihn als Chance: Algen reinigen das verschmutzte Wasser oder landen auf dem Teller. Einwanderer werden nicht kriminalisiert, sondern vom „New Neighbours Bureau“ willkommen geheißen. Trotz der utopischen Stimmung erschüttert ein Mord das Dorf. WAS: Großräumige Dorf-Installation, die nach AEF noch bleibt. WER: Time’s Up, Linzer Kunst-Kollektiv. WANN&WO: ab 7. September, LENTOS.

Time’s Up: Karte von Turnton Docklands © Time’s Up

Future Innovators Summit – Können wir Maschinen lieben? Können Maschinen lieben? Werden wir Maschinen zur Familie zählen? Was machen wir mit unserer Zeit, wenn Maschinen uns die Arbeit abnehmen? Drei Überthemen leiten diese Überlegungen an: Künftiges Mensch-Sein, künftige Arbeit und das künftige Heim. WAS: Mini-Konferenz zu Zukunftsfragen. WER: Leute aus Kunst, Technik, Wissenschaft, Wirtschaft aus aller Welt. WANN&WO: 7.-10. September, Post City.

Hackathon – Setze Dich neben die Prothese, die Nähmaschine, den Bagger. Helm drauf, das Hirn macht den Rest. BR41N.IO veranstaltet einen Hackathon mit EEG-Kappen. Mehrere Teams – darunter sind etwa Ärztinnen, Performer und IT-Menschen, aber auch Normalbürger – versuchen, am AEF Programme zu schreiben, die über Hirnwellen besagte Maschinen steuern lassen. WAS: Tüftel-Treff. WER: Alle, die wenigstens Grundkenntnisse im Programmieren haben. WANN&WO: 8.-9. September, Post City.

 

Petrischalen-Pop

Das AEF lädt natürlich nicht nur zum Reden ein. Es gibt auch ordentlich was auf die Ohren.

Opening –  Mit der Silent Barrage gewann Guy Ben-Ary einen Honorary Mention beim AEF 2009. Für die kybernetische Orgel cellF schuf er Größeres: Im Labor kultivierte er Zellen aus seinem rechten Arm, übertrug sie auf ein Multielektrodenarray und verband dieses mit einem Custom-Synthesizer. Das „external brain“ erhält Input von einem Schlagzeug, bespielt so den Synthie. Klingt komisch, ist aber so. WAS: Elektro-Gig. WER: cellF, Kyoka u.a. WANN&WO: 7. September, 21 Uhr, Post City.

Guy Ben-Ary: cellF © Rafaela Pandolfini

Nightline – Musikfans schätzen die Parties und Konzerte am AEF, besonders die Nightline. In der Nacht von Freitag auf Samstag werden diesmal drei Stages in der Postcity von über 15 Artists bespielt. Mit von der Partie sind unter anderem Dorian Concept, DJ Marcelle und Abby Lee Tee. WAS: Partynacht. WER: Außer den Genannten treten auch Koenig, Alexandra Murray-Leslie, Throwing Shade und viele mehr auf. Und: Auf ein Bier ins Solaris gehen hat sich ohnehin schon immer gelohnt.  WANN&WO: jeden Abend, Post City, OK-Mediendeck, Solaris

Das Programm des AEF 2017 wird laufend ergänzt. Die Events finden natürlich nicht nur im LENTOS und der Post City statt, sondern an diversen Standorten in Linz, etwa dem  OK.

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