Creative Industries Austria: 101 im Porträt

Aus 100und1 wurde 101. Zu diesem Anlass wurde eine neue Website gelauncht, die schon auf den ersten Blick verrät, was 101 so besonders macht: die Kombination von Coding und Design auf höchstem Niveau. Wir haben mit dem Team über Inspirationen, Veränderungen und Herausforderungen gesprochen …

Das siebenköpfige Team um Lukas Fliszar und  Sebastian Schmid steht für die Kombination Coding und Desing mit all ihren Raffinessen, eine 360-Grad-Betreuung des gesamten Designprozesses und State-of-the-art Weblösungen. Zu den Kunden von 101 zählen das Volkstheater, die sound:frame Agency, die ÖBB sowie zahlreiche Künstler und Kreative. Nach sieben Jahren gelebtem monochromen Minimalismus der eigenen CI, war es Zeit für ein softes Rebranding der eigenen Marke. The Gap hat sich mit dem Team getroffen um über den Prozess der Veränderung, die dadurch einhergehenden neue Chancen und über den Open Call für Community Exhibition zu sprechen.

Neuer Name, neue Werbemittel …

Was ist die Geschichte hinter eurem Namen, warum habt ihr euch jetzt verändert? 

Lukas Fliszar: Nach fast sieben Jahren mit dem alten Namen 100und1 wollten wir uns selbst neu erfinden und einen visuellen Tapetenwechsel gestalten. Viele Komponenten haben hier mitgespielt und irgendwann war die Idee geboren ein Soft-Renaming zu machen: Das ’und’ wegzulassen um den digitalen Schwerpunkt durch die Binärsprache in unserer Agentur in diesem Zug zu betonen, war ein wichtiger Schritt.

Warum habt ihr euch für ein Rebranding entschieden?

Lukas Fliszar: Das Digitale war von Anfang an ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit und Sebastian hat von Anfang an programmiert. Allerdings ist dieser Schwerpunkt nie wirklich expliziert kommuniziert worden, was uns für das Soft-Renaming auf jeden Fall wichtig war herauszustreichen. Coding und Design sind auf jeden Fall Arbeitsfelder, auf die wir in Zukunft verstärkt unser Augenmerk setzten wollen, ohne die anderen Bereiche wie Konzeption und Text zu vernachlässigen.

Welchen Herausforderungen muss man sich bei einer Veränderung der CI stellen?

Lukas Fliszar: Hinterher schaut es wirklich mega einfach aus, aber es ist auf jeden Fall auch ein großer Prozess sich vom ehemaligen Logo und auch von der schwarzen Farbe, die wir für unsere CI verwendet haben, abzunabeln. Das war ein sehr interessanter und intensiver Prozess.

Die Teamfotos auf der Website sehen super aus. Ihr tragt alle die gleichen Pullover auf der Website. Wo gibt es diese Pullover zu kaufen?

Lukas Fliszar: Diese Fotos sind von Irina Garvich.

Julia Schäfer: Die Pullover sind von Astrid Aigner. Die haben wir uns nur ausgeliehen. Wir fanden die Idee als Team gemeinsam mit einer Art ‚Uniform’ mit dem gleichen Outfit aufzutreten witzig.

Michael Ari: Wie sind wir eigentlich auf die Idee gekommen? Gab es nicht ein Yung Hurn Video oder irgendwie sowas?

Was ist derzeit der heißeste Trend, wenn es um das Thema Design geht?

Sebastian Schmid: Ich kann jetzt nur aus Programmierer Sicht sprechen. Das perfekte und geschleckte auf Webseiten ist inzwischen ja schon wieder langweilig. Alles was in Richtung ‚eckig’ daherkommt und ‚rough’ daher kommt ist cool. Es gibt die Website ,Brutalist Websites’ die auch über die Washington Post gefeatured wird. Auch unsere Seite ist dort auf der Website zu finden.

Julia Schäfer: Der Einsatz von Renderings und Räumlichkeit ist ein großer Trend. Sicherlich auch destruierte Schriften, also Schriften, die verzogen sind und nicht dem klassischen Schriftbild entsprechen.

Michael Ari: Aus technischer Sicht alles in Richtung 3D. Vor allem, weil die Unterstützung der Geräte immer besser funktioniert.

designaustria Joseph Binder Award Print

Wie wichtig sind neue Technologien für eure Arbeit?

Julia Schäfer: Sicher sehr wichtig, ich habe einige Arbeiten mit 3D Scanner gemacht.

Sebastian Schmid: Ja, jetzt kann man solche Arbeiten im Web auch einigermaßen vernünftig darstellen. Die meisten Browser aktualisieren sich selbst und man kann dadurch ziemlich viel machen.

Lukas Fliszar: Wir haben zum Beispiel gerade einen Kunden, dessen Fotos vom Team nicht mehr aktuell sind, allerdings das Budget nicht für ein neues Shooting geplant ist. Wir behelfen uns jetzt gerade mit einer 3D Kamera und erstellen mit diesem Tool 3D Scans die aussehen wie Büsten von den Menschen und lassen diese dann voraussichtlich auf der Website rotieren. Das ist schon spannend, wenn man klassische Anforderungen mit einer neuen Technologie beantworten kann.

Für Jakob Gsöllpointner setzte 101 Visitenkarten mit Photochromfarbe im Siebdruck um. Diese wird nur am Tageslicht sichtbar. Damit soll Bezug auf die tageslichtbasierte Fotografie des Künstlers genommen werden.

Was ist eure liebste, eigene Arbeit?

Sebastian Schmid: Mir taugt derzeit am meisten unser Open-Call ’Drucker’! Es geht darum, dass wir uns einen Bondrucker gekauft und geschaut haben, wie wir diesen für ein Projekt nutzen können. Wir haben ziemlich schnell eine technische Lösung dafür gefunden. Es ist schon sehr cool, wie wir innerhalb von ziemlich kurzer Zeit, etwas eigentlich ziemlich Komplexes perfekt funktionierend auf die Beine gestellt haben. Wir haben jetzt ein kleines Web-Interface als Teil unserer Website und fordern Kreative auf, arbeiten einzureichen die wir im Rahmen einer Sammlung Ende des Jahres ausstellen wollen. Der interdisziplinäre Austausch mit Kreativschaffenden ist ein spannendes und wichtiges Element, das wir mit unserem Open Call forcieren möchten.

Was wünscht ihr euch für den Open Call der geplanten Community Exhibition?

Julia Schäfer (schmunzelt): Wir sind froh, wenn nicht nur Phallus-Bilder kommen.

Michael Ari: Bisher sind es sicherlich schon über 20% aller Einreichungen, die sich nur damit beschäftigen.

Sebastian Schmid: Wir werden wahrscheinlich einen eigenen Ausstellungsraum machen, nur mit Penissen.

Lukas Fliszar: Obwohl die Dichte inzwischen abnimmt. Es kommen auch super schöne, tiefgründige und sehr aufwändige Sachen.

Sebastian Schmid: Ein Büro hat sich zum Beispiel in unser System gehackt und ein Teambild von sich selbst hochgeladen.

Julia Schäfer: Wir haben auch schon sehr viele Bewerbungen bekommen!

Nach welchen Kriterien werden die eingereichten Arbeiten bewertet?

Lukas Fliszar: Dafür haben wir noch kein Raster. Der Open Call ist bis Ende des Jahres geplant. Wir schauen jetzt erst mal was kommt und wie viel kommt. Wir wollen eigentlich 101 Bilder auswählen – allerdings wird es sicherlich schwierig die Arbeiten final auszuwählen.

Was passiert mit den eingereichten Arbeiten? Welche Aktion habt ihr geplant?

Lukas Fliszar: Es sind verschiedene Szenarien denkbar. Derzeit sind wir mit einer bekannten Galerie im Gespräch. Mal schauen was da raus kommt. Alternativ haben wir uns auch überlegt eine Online-Ausstellung zu machen und diese neu zu interpretieren. Das ist vor allem spannend, da wir einige Einreichungen aus dem Ausland haben und ihnen so ermöglichen könnten dabei zu sein. Wir hatten aber auch sehr gerne eine Publikation und würden uns freuen, wenn da etwas zustande kommen würde.

Welche Projekte stehen in der Zukunft an?

Julia Schäfer: Wir wünschen uns vor allem Projekte wo man von Anfang an kreativ arbeiten kann und das Vertrauen des Kunden hat. Das haben wir zum Glück schon, aber es soll auf jeden Falls o blieben und sich verstärken.

Sebastian Schmid: Die Balance ist auf jeden Fall wichtig.

Lukas Fliszar: Eine Mischung aus größeren, komplexeren Arbeiten die uns fordern sind immer sehr schön. Auch Kunden aus dem Ausland sind immer herzlich willkommen und sind sehr spannend für uns, da sie sich in einem anderen Kreis bewegen. Wir wollen uns weiterhin nicht auf eine Branche spezialisieren, sondern in vielen unterschiedlichen Bereichen tätig sein, vom Kunst und Kulturbereich, Druckereien oder industrienahe Betriebe. Solche Arbeiten.

Hier geht’s zur Homepage von 101. Weitere Texte zu Creative Industry Austria findet ihr hier.

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