Die Freizeit in den Zeiten des Computers

Computer und Bücher, virtuell und gedruckt – wie sieht es das Panorama der Freizeit im Österreich aus? Jüngere Forschungsergebnisse bieten dazu einige Überraschungen.

Die Debatte über neue Medien läuft seit einigen Jahren und wird auch keine definitive Antwort finden. Man kann aber zwischendurch einige interessante Schlussfolgerungen über aktuelle Trends ziehen. Einen interessanten Hinblick zu den Freizeitgebräuchen in Österreich gibt uns die jüngste Forschung des IFT – Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung.

Erstmal zeigt die Forschung einen deutlichen Vorsprung des Computers gegenüber dem Buch als bevorzugtes Medium. Das Ergebnis liegt nicht an einem Untergang des Buchlesens (welches 2009 mit 39% der Präferenzen relativ stabil im Jahresvergleich bleibt) – sonder am spektakulären Wachstum des Computernutzens: von 14% in 1996 zu mehr als 50% im Jahr 2009. Vor allem unter den Jugendlichen: 80% der Frauen zwischen 15 und 29 und 74% der Männer verbringen regelmäßig den Computer in der Freizeit. Hier die erste Überraschung: junge Frauen sind mehr vor dem Rechner als gleichalte Männer und zerstören die alten Klischees über die Beziehungen zwischen Frauen und Technologie.

Genau bei den jüngeren Altersschichten merkt man aber ein neues Phänomen – der Computer bleibt nämlich overused but undervalued. Wie eine jüngst in Deutschland geführte Forschung betont, dient der Computer nach Meinung von 44% der Befragten als Rückzugsnische aus der Realität – und mehr als jeder dritte deutsche Jugendliche denkt, dass soziales Leben und Computernutzung sich entgegen stehen. Und aus ähnlichen vergangenen Forschungen weißt man, dass die österreichischen Meinungen den deutschen sehr ähneln.

Die anderen Ergebnisse bleiben in der Liste der Erwarteten: Frauen lesen mehr als Männer, Männer nutzen im Durchschnitt den Computer mehr als Frauen. Der typische Computeruser ist jung und hochgebildet und lebt in einer Stadt (Wien und Salzburg am meistens, aber auch Tirol), während sind die Ergebnisse aus dem Land widersprechen: mehr Leser in Kärnten und Bürgerland, mehr Computernutzer in Ober- und Niederösterreich, in Vorarlberg und Steiermark.

Lösen Computer dann also Bücher ab? Eigentlich nicht. Die Ergebnisse der Forschung zeigen, dass Rechner und Bücher zusammen gehen: wer das eine Medium häufig nutzt, tut dies auch mit dem anderen. Die zwei Medien scheinen eben nicht in Konkurrenz zu sein, sondern sich gegenseitig zu ergänzen.

Die Forschung entstand aus einer Stichprobe von 1003 Personen und wurde 2009 durchgeführt.

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