»Es ist Tweety Party, gründet Bands!«

Jedes Jahr am 30.12. versammelt das Numavi-Team in der Steiermark bei der Tweety Party kleine, große, alte und neue Bands um in ziemlich kurzen Sets ziemlich gute Musik zum Besten zu geben.

© Tanja Möstl

Das Konzept funktioniert offenbar – jährt sich die Tweety Party doch heuer schon zum fünfzehnten mal. Die Einnahmen fließen dabei in Numavi Releases und Konzerte des Folgejahrs, alle VeranstalterInnen und helfenden Hände arbeiten ehrenamtlich. Wir haben uns mit Juli und Markus von Numavi Records getroffen, um ein bisschen mehr über das heuer in Puntigam Einzug haltende Fest zu erfahren. Lest von den Anfängen am Hauptplatz in Weiz, einer Zombieapokalypse und einem jungen Marco Wanda als Kameramann.

Was hat es eigentlich mit der Tweety Party auf sich? Also wie ist das ganze entstanden und warum immer einen Tag vor Silvester?

Markus: Angefangen hat alles als wir vor mittlerweile 15 Jahren am 30.12. alle in unserem Stammbeisl in Weiz gesessen sind und darüber philosophiert haben, dass es uns eigentlich am Nerv geht, dass man am 31.12. so gezwungen feiern muss. Dann haben wir beschlossen, einen Tag vorher zu feiern. Wir haben uns eine Flasche Sekt geschnappt, sind auf den Hauptplatz gefahren, haben eine Rakete geschossen und uns alle gegenseitig „Happy Tweety“ gewünscht. Also wegen Tweety und Sylvester. Das war eigentlich die erste Tweety Party.

Ist nach 15 Jahren langsam die Luft raus, oder reift so ein Fest wie ein guter Rotwein?

Juli: Natürlich reift so ein Fest wie ein Rotwein, ob er gut ist oder nicht, weiß man immer erst nachdem man ihn getrunken hat. Die Strukturen verändern sich und wir schauen mal, was das nächste Jahr, beziehungsweise dieses Jahr bringt. Wir lassen uns da alle Türen offen.

Markus: Wir haben mehr oder weniger immer von Jahr zu Jahr geschaut. Als wir mit dem ganzen angefangen haben, wussten wir noch nicht, dass das was jährliches wird. Es hat schon öfter Jahre gegeben wo wir gesagt haben, eigentlich können wir nicht mehr, aber dann wurde es August/September und plötzlich waren alle wieder voll motiviert und es ist doch wieder entstanden.

Viele Bands, wenig Zeit – Wie seid ihr auf das Konzept gekommen?

Juli: Es wurde einfach aufgerufen „Es ist Tweety Party! Gründet Bands, Covert irgendwas, spielt mit eurer Band! Jeder der spielen mag, kann spielen!“. Damals in Weiz hat es noch nicht so viele Bands gegeben wie später in Graz. Es haben sich dann doch 20 Bands gefunden, die teilweise noch am selben Abend oder sogar kurz vor dem Auftritt gegründet wurden. Das ist auch ein bisschen der Spirit, der geblieben ist. Dass einfach Leute die sonst nie zusammen spielen, etwas völlig neues zusammen machen, oder sich den Wunsch erfüllen, endlich mal die Lieblingsband zu covern.

Markus: Obwohl ich sehr unmusikalisch bin und nicht wirklich irgendwelche Instrumente beherrsche, habe ich es dank der Tweety Party geschafft, gleich in mehreren Bands zu spielen. Eine davon – You Gave It A Waste – hat es sogar noch ein paar Jahre lang gegeben. Ein paar Tage vor der Tweety Party haben mich Freunde gefragt, ob ich nicht in ihrer Band spielen möchte. Bei der ersten Probe hatte ich auch das erste mal in meinem Leben einen Bass in der Hand. Dann ein paar mal geprobt – dann großer Auftritt.

Schönste/lustigste/bizarrste/denkwürdigste Geschichte in 15 Jahren Tweety Party?

Juli: Letztes Jahr haben Euroteuro zu spielen begonnen und nach zwei Liedern ist irgendwas passiert – man weiß es nicht genau – jedenfalls kann sich niemand mehr an diesen Auftritt erinnern. Weder Publikum, noch Veranstalter. Teilweise sogar Bandmitglieder. Es ist bis heute ein Mysterium.

Markus: Ich glaube es war Tweety 2007, da kam ein Filmteam, um den Auftritt von Killed by 9V batteries zu dokumentieren. Das war damals im SUB in Graz, also eine sehr kleine Venue. Wie sich dann herausgestellt hat, war der Hauptverantwortliche für diesen Film Marco Wanda. Ist schon ganz lustig, dass der dann Jahre später zu einem großen Musik-Star geworden ist.

Gab es Momente in denen ihr euch gedacht habt „never again!“?

Markus: Hat es definitiv gegeben. Letztes Jahr gab es erstmals Vorverkaufskarten, und das aus gutem Grund: Im Jahr davor hat die Party Ausmaße angenommen, dass Leute stundenlang nicht rein oder raus gekommen sind, viele sind beim Klofenster reingeklettert. Das war so ein bisschen Zombieapokalypse.

Juli: Plötzlich waren über 1000 Leute in einem Raum, der einfach nicht groß genug dafür war. Auch unsere Kapazitäten waren nicht dafür ausgelegt. Das war der größte Stress und hat einfach keinen Spaß mehr gemacht. Weder für uns, noch für die Gäste. Für die Bands war’s super, die konnten vor 1000 Leuten spielen (lacht). Seitdem gibt es immer Vorverkaufskarten, die kann man über ntry.at kaufen, oder beim Numavi-Mitglied deines Vertrauens.

Markus: Sollte man auch machen, weil sonst kommt man nicht rein.

Die Location wechselt ja regelmäßig – welche war die bisher spannendste?

Juli: Wahrscheinlich ist das eh die diesjährige Location. Die ist ein bisserl außerhalb von Graz, in Puntigam. Neben einer Brauerei – die in Puntigam ist (beide lachen). Das ist in einem riesengroßen Weinkeller. Ein wunderschönes Gewölbe, wo noch alte, leere Weinfässer stehen. Das wird eine logistische Herausforderung werden, weil wir Strom, Wasser, Toiletten usw. organisieren müssen.

Markus: Auch die Bar müssen wir extra reinbauen für den Abend, weil dort nichts vorhanden ist. Ist halt ein Keller. Was auch ein Aufwand werden wird – und das ist jedes Jahr ein wesentlicher Punkt des Tweetys – ist die Beleuchtung von Ochoresotto. Mit den ganzen Rundbögen im Gewölbe wird das eine ganz schöne Herausforderung.

Platte Frage, trotzdem interessant – auf welchen Act freut ihr euch dieses Jahr am meisten?

Juli: Direkt eine Band könnte ich jetzt gar nicht sagen. Es werden heuer über 20 Bands spielen und ich finde die Bands die zum ersten mal auf der Bühne stehen immer super interessant. Oder die ganzen Cover-Bands. Es wird z.B. eine Fleetwood Mac und eine Blur Coverband geben. Ich glaube da kann man sich auf sehr vieles freuen. Und wir haben heuer auch große Namen dabei wie z.B. Ankathie Koi, Binder & Krigelstein oder Ana Threat. Die Mile me deaf Solo-Show wird auch spannend, weil das auch irgendwie ein ganz neues Ding ist ohne Band.

Markus: Ja, Große Namen, um nur einige zu nennen! Eigentlich könnte man jetzt alle 22 Namen nennen (Juli: 23!). Generell ist es super, dass dieser Tweety-Gedanke den die Juli vorhin schon erwähnt hat, dass sich Bands zusammentun, neu Formieren, das erste mal in diesen Konstellationen gemeinsam auf der Bühne stehen durchgesetzt hat.

Juli: Oh mir fällt noch was ein! Die Sorry Bong Band wird der diesjährige Abschluss der Tweety Party werden. Man darf auf einiges gespannt sein, das wird eine große Überraschung.

Markus: It’s gonna be huge!

Wird es zum Jubiläum irgendein Special geben?

Markus: Ich will noch nicht zu viel verraten, aber es wird bestimmt was geben. Beim zehnjährigen Jubiläum gab es zum Beispiel eine Tombola. Die ist dann so gut angekommen, dass wir sie seitdem jährlich machen.

Juli: Ich sag nur Sektroulette!

Markus: Uuuuuh, das ist schon ein großer Teaser! Das Sektroulette hat sich beim Nitzfest schon sehr bewährt. Alle die dort waren wissen wovon wir reden. Außerdem wird es eine Fotobox geben, eine Erinnerungswand, Visuals von Ochoresotto… Also man kann sich schon auf einige Überraschungen gefasst machen.

Tickets für die Tweety Party 2017 gibt es auf ntry.at zu erstehen, hier geht’s zur Facebook-Veranstaltung.

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