Moneyboy hat das Fridge Festival gerettet

Am Freitag und Samstag fand das Fridge Festival in der Marx Halle in Wien statt. Statt Snowboarder und Stunts gab’s leider nur Möchtegern-DJs und postpubertären Schweißgeruch.

Im letzten Jahr fand das Fridge Festival ja auf der Donauinsel statt. Dadurch wurde typisches Festival-Feeling (also Bier-, Burger- und Pyrogeruch) auch im Winter möglich. Dieses Jahr war jedoch alles anders: Statt Donauinsel war die Marx-Halle kurzfristig zum Veranstaltungsort auserkoren worden. Von sexy Snowboardern fehlte jede Spur – und irgendwie auch von den zahlreichen Besuchern, die man eigentlich schon erwartet hätte. So war die Marx Halle halb leer, die Besucher dafür umso voller.

Das Fridge, das war das Podersdorf der kalten Jahreszeit: Coole, O’Neill-Mützen tragende Mädchen in Burton-Jacken, die vielleicht eher der Sportler wegen zur Veranstaltung pilgern, hat man dieses Jahr schmerzlich vermisst. Dafür war Kitsch Bitch (ja, anscheinend trägt man‘s noch) omnipräsent, ebenso wie Jägermeister und Buben mit bunten Sonnenbrillen und Leuchtstäben. Auch das Line-Up hat im Gegensatz zum letzten Jahr ein bisschen sehr abgekackt: The Prodigy, Kalkbrenner und Pendulum vom Vorjahr wurden von Acts wie Knife Party, Fedde Le Grande und Martin Garrix abgelöst.

Der Boy war am Sippen tun

Obwohl Knife Party dann doch nicht – wie ursprünglich erwartet – absolut unhörbar und recht viele Hände in der Luft waren, war Moneyboy der eigentliche Star des Festivals: E-Zigarette paffend stand er auf der Bühne, umringt von seinen drei Jungs (wir wissen selber nicht genau, was die da eigentlich gemacht haben), Grey Goose schlürfend und in seiner ganzen Pracht, sich selber feiernd. Trotz gefühlter 20 Zuseher gab Moneyboy sein Bestes. Sheesh.

Ein weiteres interessantes Special am Fridge 2014 war der bargeldlose Zahlungsverkehr: An den Bars konnte ausschließlich mit aufladbaren Paylife-Karten oder der eigenen Bankomatkarte via Pineingabe oder Quick Funktion bezahlt werden. Das schien in den ersten Stunden des Tankens sowohl für Besucher, als auch für die Barangestellten eine Herausforderung gewesen zu sein und hatte leider die Konsequenz, dass sich an den Paylife-Containern mehr tat als an den Bars.

Die eher ernüchternde Veranstaltung hat jedenfalls unsere Meinung bestätigt, dass Moneyboy cool ist und zu einem Wintersportfestival irgendwie auch Wintersport dazugehört. Aber wenn man den Part ein paar Tage vor dem Festival ohne große Erklärung wegstreicht, kann man sich ausmalen, dass von einer "Party" nur mehr das "y" übrig bleibt und wohl auch der Vorverkauf schon nicht so toll lief. Insofern war schon vorher zu erwarten, dass das Fridge Festival nicht die beste Zeit unseres Lebens werden würde. Daran änderten auch Konfetti, EDM-Posen und Lazers nichts. Überraschenderweise. Zum Glück gibt es wenigstens Moneyboy.

www.facebook.com/FridgeFestivalVienna

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