Mount Kimbie vs. Dom im Berg

Halbzeit am Elevate. Nach einem enttäuschenden Auftritt von Mount Kimbie und Highlights wie Saul Williams, Lone oder Lena Willikens ist es Zeit für ein Zwischenfazit, bevor heute im Tunnel Footwork hochgehalten wird und man sich auf der Red Bull Music Academy Stage auf DVS 1 freuen darf.

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Tag 3 des Elevate Festivals hat begonnen und während sich die einen noch vom gestrigen Abend im Dom im Berg oder dem heutigen Morgen im Parkhouse erholen, diskutieren die anderen im Forum Stadtpark über die Zukunft Europas oder finden heraus, was es mit dem Musikbrunch im Ginko Greenhouse auf sich hat. Zeit für einen Rückblick.

Die Tagestickets für Freitag waren bereits einen Tag zuvor schon ausverkauft, zu Gedränge kam es – aufgrund der Größe – dennoch kaum. Nach einem großartigen Auftakt durch Cid Rim war der Mainfloor bei UK-Act Mount Kimbie, einem der vielen Highlights im musikalischen Line Up und wohl auch Zugpferd bei den Ticketverkäufen, dennoch gut gefüllt. Überzeugen konnten sie das Publikum mit ihrem neuen Live Setup dennoch kaum. Die gebotene Überraschung glich eher jener, die man aus Youtube-Reaction-Videos kennt, wenn Eltern ihren Kindern erzählen, sie hätten deren gesamten Vorrat an Halloween Candys aufgegessen. Kurzum: Das Konzert war, auch für langjährige Fans, enttäuschend und etwas zäh – das wurde letztendlich auch vom Publikum quittiert, der Applaus am Ende blieb großteils aus, eine Zugabe wollte scheinbar ebenfalls niemand.

Von dieser Enttäuschung erholen konnte man sich danach zum Glück im Tunnel beim Kölner DJ und Producer Barnt, der mit einem überzeugenden Set vieles wieder gut machen konnte. Oder aber beim Autritt des Briten Lone, der, im Gegensatz zu seinen Landsmännern zuvor, alle Erwartungen erfüllen konnte. Daran anschließen konnten auch Luke Vibert am Mainfloor und Lena Willikens im Tunnel. Dass die beiden Künstler zur selben Zeit einen sehr langen Slot bekamen, hat sich durchaus gelohnt. Denn während Luke Vibert genug Zeit hatte, sich gekonnt durch verschiedenste Genres elektronischer Musik mit Fokus auf Drum’n’Bass zu spielen, überzeugt Lena Willikens mit einem straighten, treibenden Techno-Set die tanzwütigen am oberen Floor bis sieben Uhr morgens.

Beim Verlassen des Dom im Berg, der – und das wird Nicht-Grazern vermutlich zwei Mal im Jahr bei Elevate und Spring bewusst – wohl wirklich eine der schönsten und am Elevate perfekt genutzten Konzertlocations Österreichs, bleibt letztendlich ein gutes Gefühl. Die Konzeption des Abends war gelungen, die Acts divers und die unterschiedliche Bespielung der Floors sinnvoll gewählt. All jene, die nach den Acts im Dom noch nicht nach Hause wollten, konnten danach bei der Afterhour im Parkhouse weitertanzen. Mitten im Stadtpark gelegen, lädt die runde Tanzfläche, von der aus man raus in den Park sieht, zu ausschweifenden Vormittagspartys ein.

Ausblick

Der dritte Festivaltag bietet erneut viele Highlights. Empfehlung gilt zunächst dem Panel "Outstanding Activism" im Stadtpark, bei dem drei großartige Frauen eingeladen sind – leider ohne Sarah Harrisson, aber das Gespräch Naomi Colvin wird sicher nicht weniger spannend.

Musikalisch wird für Techno-Fans DVS 1 auf der von Red Bull Music kuratierten Stage sicher ein Highlight – freuen darf man sich aber auch auf den Footwork-inspierierten Tunnel-Floor, den unter anderem DJ Pay Pal und DJ Earl bespielen. Nicht zu vergessen ist die Uhrturmkasematte (Dungeon), die am Samstag ebenfalls geöffnet ist und unter anderem von JK Flesh bespielt wird.

Das Elevate in Graz dauert noch bis morgen, den 23. Oktober 2016.

Bild(er) © Elevate
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