c/o Pop: Moderat, Motor City Drum Ensemble, Mall Grab & Musiktalks

Von 16. August bis 20. August findet in Köln mit dem c/o Pop ein Festival statt, das einen Conference-Teil mit einem großartigen Line Up verbindet. Wer da an Sonar oder Elevate denkt, liegt gar nicht so falsch, denn im Rahmen der Initiative We Are Europe arbeiten die Festivals zusammen.

© Niclas Weber

Warum nicht auch über Musik diskutieren, wenn man sich zumindest im Rahmen von Konzerten ohnehin beschäftigt und viele Leute aus der Szene an einem Ort versammelt sind? Ein Gedanke, der naheliegt und den gerade Stadt- und Showcasefestivals in den letzten Jahren immer öfter umsetzen. Neben einem Konzertteil wird etwa auch zu Diskussionspanels, Workshops oder Vernetzungstreffen geladen. Wer in Österreich Veranstaltungen wie das Elevate oder das Waves kennt und liebt, wird auch auf dem c/o Pop glücklich werden. Der Vergleich mit dem Elevate liegt gleich doppelt nahe, denn wie etwa auch das Sonar in Barcelona ist das Festival Teil der Initiative We Are Europe, einem Projekt, das sieben europäische Festivals vernetzt. Die Festivals unterstützen sich gegenseitig bei Promo und Kuratierung und wollen den Zusammenhalt innerhalb der Szene fördern. Teil der Festivals ist neben einem Konzert-Teil meist auch ein Diskussionsteil. Im Fokus des diesjährigen Conference-Teils beim c/o Pop steht neben der Musikindustrie auch die Medienindustrie, aufgegriffen werden Themen wie Online-DIY-Marketing, Augmented Reality oder aber Urheberrecht im digitalen Raum. Zusätzlich beschäftigt man sich im Rahmen der Diskussionen auch intensiv mit Fragen, die die Szene ohnehin viel öfter beschäftigen sollten, wie etwa Gender Equality im Bereich der (elektronischen) Musikindustrie. Insgesamt bietet die Konferenz nicht nur Möglichkeiten zu Vernetzung und Austausch zwischen Labelbetreibern, Musikmanagern, Festivalmachern, Medienexperten, Musikern und Agenturvertretern, sondern gibt zumindest im kleinen Kreis auch Know How an Musikschaffende weiter.

Ok, und die Musik?

Aber auch all jene, die nur wegen den Konzerten kommen, werden nicht enttäuscht. Das Line Up ist vielfältig und überzeugt mit einer Auswahl an elektronischen Acts, die sich sehen lassen kann. Am Eröffnungsabend darf man sich etwa auf ein Live-Konzert des Berliner Trios Moderat freuen – das wird, gerade jetzt, kurz nachdem sie ihre Schaffenspause erklärt haben, zu einem besonderen Highlight. Davor sorgt Omar Souleyman für ein Warm Up der besonderen Art. Die Kuratoren in Köln beweisen aber auch an den restlichen Tagen außerordentliches Gespür, etwa mit dem australischen House-Artist Mall Grab, der gerade rund um den Globus gehypt wird und dessen Sets zum eklektischen Tanz einladen (wie etwa zuletzt im Sass bei Manifest), mit Meister Roman Flügel, der nicht nur bei seinen Produktionen, sondern auch bei seinen Sets viel Feingefühlt und einen Sinn für Außergewöhnliches zeigt (zuletzt etwa in der Grellen Forelle bei Deep Baked) oder aber mit Motor City Drum Ensemble, dessen House-Sets schon fast legendär sind. Aber auch neben den ganz großen Namen verstecken sich viele Highlights: Wer Lena Willikens am Elevate in Graz gesehen hat, weiß um ihr Talent, ein Publikum fast vier Stunden mit einem abwechslungsreichen und gleichzeitig harten Techno-Set zu bespaßen. Wem das alles etwas zu elektronisch ist, hat genug Ausweichmöglichkeiten – etwa beim Schweizer Faber, oder aber beim heimischen Liebling Voodoo Jürgens. Über Annenmaykantereit sehen wir wohlwollend hinweg. Insgesamt vereint das Festival elektronische Musik mit Indie, Konzert mit Diskussion und Festival mit Stadt – eine Kombination, die durchaus einladend wirkt und über die nicht ganz so kurze Reise nach Köln hinwegsehen lässt.

Das c/o Pop Festival findet von 16. August bis 20. August in Köln statt. Die c/o Pop Convention findet von 17. August bis 18. August in Köln statt. 

 

 

 

 

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