Alliterationswahnsinn

Gewohnt scharfsinnig präsentieren sich Christoph & Lollo auf ihrem neuen Album „Hitler, Huhn und Hölle!“. Musikalisch gibt es kleine Überraschungen, textlich stagniert man weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Dass man den Schispringerlieder-Schmäh nicht ewig ausreizen wird und kann, zeigte das Chanson-Kabarettduo Christoph & Lollo mit ihrem letzen Album „Trotzdemtrotz“ ziemlich unerwartet und noch dazu eindrucksvoll. Resultat war ein astreines Album, voll mit wunderbaren Protestsongs und obskuren Hymnen auf Alltagsphänomene. Diese Richtung wurde am aktuellen Longplayer „Himmel, Huhn und Hölle!“ beibehalten; der Alliterationswahnsinn nimmt darauf frei seinen Lauf und wurde – wenn man so will – auch noch musikalisch verfeinert. Man experimentierte ein klein wenig, und obwohl akustische Gitarren und zwei kräftige, harmonierende Männerstimme nach wie vor ausreichend sind, kommen nun an manchen Stellen dezent E-Gitarren und Piano-Klänge zum Einsatz. Der aberwitzigen Sprach-Chose gereicht dies nicht zum Schaden, verquirlen die beiden ihre Beobachtungen aus der Schräglage doch gewohnt spritzig in herrliche Reime. Höhepunkte sind dann etwa gesungene Statements wider die oberflächliche Sexualisierung, Exkurse in neuere österreichische Zeit-(Gesellschafts-)Geschichte und Reimsuaden auf Autobahnpolizisten und Türsteher. Lässig hingewienert und getragen von gediegener Wut und Melancholie alternder „Angries“

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