Bullhead

Nicht nur wegen der Oscar-Nominierung sollte der belgische »Bullhead« gesehen werden: dunkelstes europäisches Kino, subtil als Krimi getarnt.

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Wenn sich der suchtkranke Rinderzüchter Jacky die Nadeln setzt, um Testosteron in seinen Kreislauf zu spritzen, so ist es nicht bloß sein behäbiger nackter Muskelkörper, der diese Momente füllt. Es ist vor allem das ganze biografische Gewicht, das Matthias Schoenaerts so dringend in den trüben Blick seiner Figur legt. Mit düsterem Szenenlicht beleuchtet »Bullhead« das männlich dominierte Hinterland Belgiens, führt in den Untergrund eines verbrecherischen Hormonhandels und zu einem tragischen Helden, der an seiner Lebensgeschichte zerschellt. Behutsam lässt Regisseur Roskam seine hässlichen Charaktere aufeinander wirken und entwickelt damit eine ebenso subtile wie intensive Tragödie. Die Spannung bleibt zwei Stunden lang aufrecht, um dann mit großartiger Befremdung den Kreis des Scheiterns zu schließen. »Bullhead« ist dunkelstes europäisches Kino, geschickt als Krimi getarnt.

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