Some Loud Thunder

Der Jahreswechsel 2006 fiel ziemlich hysterisch aus. Die Arctic Monkeys und Arcade Fire spielten sich via Internet direkt in die Charts und als wäre es mit der neu entdeckten Lust am Indiekonsens damit nicht genug, kommen nur wenige Wochen später Clap Your Hands Say Yeah und verkaufen 300.000 Stück ihrer selbst betitelten LP – ganz […]

Der Jahreswechsel 2006 fiel ziemlich hysterisch aus. Die Arctic Monkeys und Arcade Fire spielten sich via Internet direkt in die Charts und als wäre es mit der neu entdeckten Lust am Indiekonsens damit nicht genug, kommen nur wenige Wochen später Clap Your Hands Say Yeah und verkaufen 300.000 Stück ihrer selbst betitelten LP – ganz ohne Plattenlabel. Während die ersten beiden noch kräftig an den Nachfolgern zu ihren Debüts basteln, sind Clap Your Hands Say Yeah schon wieder fertig. Diesmal verschicken sie das Album zwar nicht mehr selbst, der Charme des Selbstgebastelten weht aber durch jede seiner Fasern.

Alec Ounsworth näselt sich noch immer durch die Songs, und auch der typisch verschroben-schrammelnde Sound des phänomenalen Vorgängers setzt sich auf „Some Loud Thunder“ fort. Weitergedreht wird, wenn überhaupt, an der Pathosschraube. Wenn Ounsworth etwa bei „Arm & Hammer“ oder bei der Vorabsingle „Satan Said Dance“ seine Stimme erhebt, scheinen Naturgewalten durchs Hirn des Hörers zu fegen. All das mit einer Bandbesetzung, die trotz MySpace, Last.fm und dem ganzen Web 2.0 immer noch ungewohnt ums Eck biegt: eine Lead-, eine Rhythmusgitarre und zwei Synthesizer. „Get used to it“, heißt es da irgendwo auf dem Album, einem der ersten Höhepunkte des frischen Popjahres – wie gewohnt bis zum Kollaps wiederholt. Und wie man sich daran gewöhnen wird. Ein unglaublich kraftvolles Album.

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