Der Tod des Bunny Munro

Bunny Munro liebt Muschis. Mehr als das Leben. Als seine depressive Frau Selbstmord begeht, ist er kurz aus der Bahn geworfen und befürchtet, dass seine Stecherqualitäten Schaden genommen haben.

Doch das Leben geht weiter und der Kosmetik-Vertreter Bunny Munro umsorgt seine Kundinnen weiterhin mit seinem Proleten-Charme. Sein neunjähriger Sohn Bunny Jr. muss ihn begleiten, verbringt die Zeit während der Verkaufsaktivitäten im Auto des Vaters und studiert dabei ausgiebig seine Enzyklopädie. Der neue Roman von Nick Cave ist mehrfach überraschend: Er ist thematisch sehr weit entfernt von Caves umjubelten Buch-Erstling. Der Musiker Cave hat sich auf seinen letzten Platten aus dem Balladenfach zurückgezogen und sich als von Testosteron geleiteter Lebemann präsentiert. Ein solcher ist auch Bunny Munro. Mangelnden Intellekt macht er mit Verkäufer-Charme wett. Zweite Überraschung ist die virtuose sprachliche Umsetzung des chaotischen Lebens der Figuren. Als Hörbuch wartet der Roman noch mit einem dritten Bonuspunkt auf: Blixa Bargeld liest die deutsche Übersetzung mit schnarrender Stimme und im Duktus alter Radio-Hörspiele. Alles zusammen ergibt eine Wertung von:

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