Disney Micky Epic – Die Macht der 2

Die berühmteste Maus der Welt und Stardesigner Warren Spector – aus dieser Kombination sollte sich ein wahrhaft großes Spiel erheben. Daraus wurde nichts; stattdessen wurde es ein Jump’n’Run von der Stange, dem man sein großes Budget erstaunlich selten ansieht.

Jahrzehnte der Disneygeschichte in einem Spiel erleben, klingt großartig. Dass noch dazu Entwicklerlegende Warren Spector ("Ultima", "Wing Commander", "Deus Ex") seine Finger im Spiel hatte, sogar noch besser. Die gute Nachricht zuerst: die Kameraprobleme des Wii-exklusiven Vorgängers plagen "Disney Micky Epic – Die Macht der 2" nicht. Zudem erstrahlen Micky und seine Freunde endlich in HD; die eckigen und verwaschenen Texturen lassen jedoch vermuten, dass die Wii-Version Vorbild für die restlichen war. Inhaltlich zeichnet sich ein starkes Gefälle ab: Dass man nun zu zweit losziehen kann, ist toll; auch das Spiel mit Farbe und Verdünner und die damit einhergehende Entscheidungsfreiheit wissen zu gefallen. Letztere ist dann aber doch nicht so bemerkenswert, wie im Vorfeld angepriesen: die Auswirkungen unserer Entscheidungen halten sich sehr in Grenzen. Zudem geben die Gegner kaum Feedback, ob unsere Angriffe effektiv sind, unübersichtliche Karten tragen nichts zu einer besseren Orientierung bei. 2D-Abschnitte aus der Disney-Vergangenheit, die das dreidimensionale Abenteuer auflockern sollen, nützen sich nach kurzer Zeit ab, weil immer wieder dieselben wenigen Level am Programm stehen. Einzig der Sound verdient Lob: die fröhlichen Lieder gehen ins Ohr und sprühen vor Charme. Über 800 Leute sollen an dem Projekt gearbeitet haben; das Ergebnis ist ziemlich ernüchternd.

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