Iradelphic

Das Beatgewitter ist vorbei. Auf Album Nummer Sechs verziert Chris Clark seinen Klanghimmel mit Soundscapes und Martina Topley Bird-Vocals. Aufgeräumter als früher aber nicht schlechter.

Chris Clark zwirbelt wieder. Auf Album Sechs nicht nur Schaltkreise sondern auch Gitarrensaiten. Clark ist vom Track-Producer schnell zum Vollmusiker gewachsen. Zu merken ist das nicht nur daran, dass er so nebenher schnell mal das Gitarrenspiel erlernt hat, sondern auch an der Songstruktur und Musikalität seiner aktuellen Musik. Sein sechstes Studioalbum geizt wieder nicht mit Virtuosität. Allerdings ruft der Musiker dieses Mal nicht Beatfestspiele aus, sondern übt sich in Song-Malerei. Klang die Musik auf den letzten Clark-Alben noch wild und beatlastig, zerfließt sie auf "Iradelphic" in Soundscapes. Den nervigen „Klingt wie der Soundtrack eines Films“-Vergleich kann man sich bei der Musik des etablierten Warp-Musikers sowieso sparen. Martina Toplay Bird steuert gleich auf mehreren Stücken ihre einzigartige Stimme bei und Bibio war bei der größten Recording Session für das Album mit im Studio – so gut wie sich das anhört, klingt das bei Chris Clark auch. Sound-Landschaften werden ineinander geschichtet, mit ausgeklügelten Beat-Patterns angereichert und mit genialem Songwriting abgerundet.

Wie jede Clark-Veröffentlichung, braucht auch „Iradelphic“ eine gewisse Zeit und vor allem Hörarbeit um seine gesamte Pracht zu entfalten. Aber solche Platten sind wir von Warp-Musikern ja ohnehin gewohnt. Bei Clark-Alben lohnt sich die Mühe eigentlich immer.

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