Mein Bruder, die See

It’s Beat – nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Durch das überhitzte 40er- Jahre-New York von einem Bier zum nächsten zu schlendern, dazwischen flüchtige Saufbekanntschaften und Kurzzeitlieben zu entfachen, das ist Kerouacs Element. Das zeigte sich auch schon in seiner ersten größeren Erzählung »Mein Bruder, die See«, die nun erstmals veröffentlicht wird. Der Autor verarbeitet darin seine Erfahrungen bei der U.S. Navy. Das reißt mit, man ist dicht am Erzähler dran. Beim Lesen stellt sich gar das Gefühl ein, selbst Schritt für Schritt über den Riverside Drive mit Kerouac und seinen Kumpanen zu flanieren und auch einen kräftigen Schluck Scotch abzubekommen. Verstärkt wird dieser Eindruck durch mehr als 50 zeitgenössische Fotografien von endlos scheinenden Landstraßen und einengenden Seemannskojen. So wird dieses vergessene Werk zum authentischen Zeitdokument. Allerdings: Ganz lässt sich der Eindruck nicht vermeiden, dass hier einmal mehr mit dem Namen Kerouac Geld gescheffelt werden soll.

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