Neonomade

Kein Buch, keine CD, äußerlich am ehesten eine aufgemotzte DVD-Box in durchaus edlem aber etwas getragenem Schwarz-silber. Doch doch, schon Buch und auch CD beziehungsweise Heftchen (31 Seiten), CD (21 Minuten) und ein Foto von Bas.

Wirkt irgendwie nach Abschied. Am Höhepunkt aufhören? Ein Sammlerstück? 21 Texte, circa 21 Themen (Liebe, Kino, Konsum, Pop, Ego, Presse, Buchmesse, Zugfahren, Drumherum …, ach ja, auch Wetter). Alle leicht fasslich, ansprechend und prägnant umgesetzt. Kurz und bündig und für den mündlichen Vortrag geschrieben. Rhythmik statt Hermetik, Wiederholung statt Aussparung, Alltagsgeerdetes statt geistig Abgehobenes, Kurzweiligkeit statt Langatmigkeit. Schnell gelesen, schnell gehört, lange nicht losgelassen, das nennt man Nachhaltigkeit respektive Qualität. Nein, es geht nicht um Quantität! Besser ein dünnes Buch mit fetter Lyrik, als ein fettes mit dünner. Wir haben es ja immerhin mit Dichtung zu tun und Bas Böttcher möchte niemanden mit einer Lyrik-Keule erschlagen, sondern vielmehr mit sanften lyrischen Hieben anstiften zum Nachahmen („Read, write, execute!“ steht am Buchrücken). Es sei gemutmaßt, dass „Neonomade“ eine Wunderwaffe für alle Deutschlehrer ist. Kurze Texte, die sich einem weder thematisch, noch sprachlich verschließen und die ins Ohr gehen (vor allem, wenn sie Böttcher selbst vorträgt). Und zum Drüberstreuen und Weiterdenken (interdisziplinär Arbeiten) eine Songversion des Textes „Bekommbar“. Man bekommt mit dem Erwerb dieser CD-Text-Box zeitgemäße, erwachsenentaugliche und schülergerechte Lyrik, die Mut, Lust und Spaß macht. Ein gelungener Lyrik-Relaunch der Poetry-Slam-Legende Bas Böttcher.

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