So Lucky

Im Raum stand das Gerücht ja schon lange. Der experimentierfreudige Gitarrist, oft missverstandene Pop-Liebäugler und Skug-Redakteur Noël Akchoté wolle ein Album mit Kylie-Minogue-Coverversionen veröffentlichen, doch scheitere es bisweilen noch an der Freigabe der Songs und am Zögern des bildungsbürgerlich gefärbten Musikverlags Winter & Winter, welcher für die jüngsten Veröffentlichungen des Wahlwieners verantwortlich zeichnet. Zu guter […]

Im Raum stand das Gerücht ja schon lange. Der experimentierfreudige Gitarrist, oft missverstandene Pop-Liebäugler und Skug-Redakteur Noël Akchoté wolle ein Album mit Kylie-Minogue-Coverversionen veröffentlichen, doch scheitere es bisweilen noch an der Freigabe der Songs und am Zögern des bildungsbürgerlich gefärbten Musikverlags Winter & Winter, welcher für die jüngsten Veröffentlichungen des Wahlwieners verantwortlich zeichnet.

Zu guter Letzt dürfte aber doch noch alles geklappt haben, denn nun liegt der in ein schön gestaltetes Pappcover gehüllte Silberling ja vor. Die sich darauf befindenden Kylie-Neuinterpretationen dürften aber überraschen. Akchotés Herangehensweise an das Werk der Popprinzessin fällt nämlich weit weniger radikal aus, als man es vielleicht erwartet hätte. Geradezu schwärmerisch überträgt er frühe Stock / Aitken / Waterman-Gassenhauer und neuere Großtaten wie „Slow“ formal recht originalgetreu aufs Griffbrett seiner Gitarre, bricht sie herunter auf ihr harmonisches Gerippe und trägt den Geist von „Top of the Pops“ ins Privatistische der eigenen vier Wände.

Akchoté geht es hierbei eben nicht um die offensichtliche Dekonstruktion von so genanntem Bubblegum-Pop, vielmehr ist „So Lucky“ eine aufrichtige Hommage, ein wundervolles Stück Fantum, das eine neuerliche Auseinandersetzung mit Kylie Minogues Werk zulässt und fordert.

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