Parker

Unter dem Pseudonym Richard Stark schrieb Donald E. Westlake herausragende Kriminalromane. Seine Figur Parker, düsterer Antiheld und Gangster, diente zahlreichen seiner Nachfolger als Inspirationsquelle. Der Film "Parker" greift eine seiner Geschichten auf.

Parker ist ein Dieb. Aber kein gewöhnlicher, sondern einer mit Ehrenkodex. Er bestiehlt die Reichen und verletzt nur jene, die (seiner Meinung nach) Strafe verdient haben.

Als Parker (Jason Statham) vom Vater seiner Freundin (Nick Nolte) vom einem Auftrag für einen Juwelendiebstahl hört, steigt er ein. Nach getaner Arbeit wird er jedoch von seinen Komplizen um seinen Anteil erleichtert und kommt nur um Haaresbreite mit dem Leben davon. Er schwört Rache, tarnt sich als reicher Texaner und erhält bald ungefragt Hilfe von Leslie (Jennifer Lopez), einer gerissenen Immobilienmaklerin.

Die literarische Vorlage („Flashfire“ von Richard Stark alias Donald E. Westlake) ist legendär. Die gesamten Parker-Romane dienten anderen Leuten als Inspirationsquelle für ihre Werke. Leider setzt das Drehbuch die falschen Akzente. Gut inszenierte, brutale Schuss- und Faustkämpfe sind auf Dauer einfach zu wenig, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Dass Parker nicht sehr gesprächig und recht einfach gestrickt ist, wissen Kenner der Romane ohnehin (Statham liefert eine solide Vorstellung), dennoch wirkt hier sein Charakter merkwürdig eindimensional. Und Leslie, seine Komplizin wider Willen, agiert dermaßen überdreht und hysterisch, das man regelmäßig aus der Erzählung herausgerissen wird (vermutlich die schlechteste Rolle überhaupt von J.Lo). Schade drum, „Parker“ ist nicht mehr als Mittelmaß. Zum Glück gibt’s mit „Point Blank“ eine weitere Verfilmung (nach dem Roman „The Hunter“, mit Lee Marvin, Angie Dickinson) – und einen Parker, der direkt aus dem Buch entsprang.

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