Friendly Fire

Deine Freundin betrügt dich mit deinem besten Freund, der wiederum verunglückt tödlich, bevor du ihn zur Rede stellen kannst. Damit muss man erst einmal umgehen können, auch wenn man einen großen Nachnamen sein Eigen nennt – Lennon zum Beispiel. Während sein Halbbruder Julian stets das Rampenlicht suchte und sich nicht zuletzt seines berühmten Vaters wegen […]

Deine Freundin betrügt dich mit deinem besten Freund, der wiederum verunglückt tödlich, bevor du ihn zur Rede stellen kannst. Damit muss man erst einmal umgehen können, auch wenn man einen großen Nachnamen sein Eigen nennt – Lennon zum Beispiel.

Während sein Halbbruder Julian stets das Rampenlicht suchte und sich nicht zuletzt seines berühmten Vaters wegen als Popstar gerierte, arbeitete Sean lieber im Hintergrund, kollaborierte mit so unterschiedlichen Künstlern wie seiner Mutter (jawohl, Yoko Ono), Lenny Kravitz, Cibo Matto, Soulfly oder Deltron 3030 und veröffentlichte 1998 auf dem Beastie-Boys-eigenen Label Grand Royal sein Debüt „Into the Sun“.

Acht Jahre später erscheint nun das Nachfolgealbum, auf dem diverse Kränkungen, vor allem der eingangs erwähnte filmreife Vorfall, verarbeitet werden. Dass sich Sean Lennon dabei nicht in Larmoyanz übt, sondern seine Wut, seine Enttäuschung in an den großen Elliott Smith gemahnende, sanfte Popkleinode verpackt, ist ihm nicht hoch genug anzurechnen.

Alles wirkt wie aus einem Guss, ohne gleichzeitig eintönig zu klingen, die Songs sind sich ihrer harmonischen und melodischen Wirkung dermaßen sicher, dass sie kein Pipapo bei den Arrangements brauchen. Und auch ohne den großen Nachnamen funktionieren sollten. Schön, trotz all der diesem Album innewohnenden Frustration und Trauer. Sogar sehr schön.

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