Stillleben

Pädophilie mit mangelndem Fingerspitzengefühl: Mit »Stilleben« will Sebastian Meise »Michael« von Markus Schleinzer übertrumpfen.

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Was, wenn plötzlich Unsagbares ans Licht kommt: Der Familienvater ist pädophil. Verzweifelt hält er fest an seiner Vorstellung von der – mittlerweile erwachsenen – Tochter. Sebastian Meise setzt dem, was Markus Schleinzer mit »Michael« vorgelegt hat, noch ein Doppeltes drauf und dreht das Drama »Stillleben« (und zeitgleich die Doku »Outing«). Der Film schleicht sich ins ländliche Familienidyll ein, zerstört dieses mit einem Schlag und sieht zu, wie die Geschehnisse sachte aber dringlich entgleisen. Die wortkarge Momentaufnahme erschließt weder Motive, noch Hintergründe, sondern stellt lediglich zur Schau. Was der Film schuldig bleibt, sind nicht nur Antworten – denn er kommt beileibe auch ohne aus, sondern vor allem Fingerspitzengefühl. Mit realitätsfernen, artifiziellen Dialogen stützt sich »Stillleben« etwas zu sehr auf die Sprengkraft der Thematik an sich. Szene-Bonus: Soap & Skin als Prostituierte und Sir Tralala im Selbsthilfe-Sesselkreis.

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