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"Was schaust du gerade?" ist zu einer so alltäglichen Frage geworden wie früher die nach der richtigen Musik. Die Youki in Wels widmet Serien jetzt einen Schwerpunkt von "Twin Peaks" bis "Game Of Thrones".

Das Format der Serie dominiert seit einiger Zeit viele Bereiche unserer Freizeitgestaltung. Vom wöchentlichen Mitfiebern bei den neuesten Folgen unserer derzeitigen Must-Sees, über Kinofilme mit dutzenden Sequels, bis hin zur Buchreihe, die vor allem in der Jugendliteratur nach wie vor einen Höhepunkt erlebt (und dann wiederum oft zur Filmreihe heranwächst).

Entertainment “in Serie” also ist es, was uns bei der Stange hält. Serien sind groß. Sie sind kultig, universell und nachhaltig – die Mischung aus Repetition und Erweiterung steht für viele für ein Wiedereintauchen in eine vertraute Welt, ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Das jederzeit greifbare Wiederaufflammen dieser (subjektiv zum Teil sehr persönlich anmutenden) Liebe wird mit dem kleinen Wörtchen “Rewatch” besiegelt. Es ist also naheliegend, dass dieser Trend des Konsumierens in allen möglichen Facetten ausgeschöpft, bzw. oftmals auch ausgeschlachtet wird.

Lei(n)wand! – Two Become One

Vor allem die Verschmelzung der beiden Formate TV-Serie und Kinofilm in der derzeitigen Intensität ist eine relativ neue Entwicklung in Bezug auf die ästhetische und praktische Darbietungsweise. Freilich ist diese Medienmischung an sich kein neues Phänomen – man denke beispielsweise an den Kinoregisseur David Lynch, der zu Beginn der 90er Jahre mit dem Kult-Hit “Twin Peaks” sein Schaffen von der Leinwand auf den Fernsehschirm brachte und damit den Grundstein für einen scheinbar unerschöpflichen Hunger nach immer weitergehender Unterhaltung legte.

Nicht zuletzt auch stilistisch ist die heutige Serienlandschaft von “Twin Peaks” geprägt. Eine gewisse Kino-Ästhetik ist mittlerweile Voraussetzungen für renommierte Fernsehserien. Neben einem kinematografischen Kamerablick spielen auch bekannte Hollywood-Gesichter (wortwörtlich) eine wichtige Rolle. Starbesetzungen sind heutzutage gang und gäbe im Qualitätsfernsehen. Während Serien früher für viele ein Sprungbrett in die Filmwelt war, so geht dieser Trend zum Teil in die entgegengesetzte Richtung. Der Schritt von der Leinwand zum Heimbildschirm muss keinen Karriereabstieg mehr darstellen. Im Gegenteil: es ist keine Seltenheit, dass Schauspieler wie Matthew McConaughey, Paul Giamatti, Robin Williams und hierzulande Josef Hader die Ehre haben, den umgekehrten Weg zu gehen.

Geben und Nehmen

Auch die Vermischung von Kinofilm und Fernsehserie ist bei unterschiedlichen Franchises in beide Richtungen möglich. Während Serien wie “Buffy” als Ausgangsmaterial einen Film hatten, so basierte der Film “Twin Peaks: Fire Walk with Me” auf der gleichnamigen Serie. Das Gleiche trifft auch auf die frühzeitig abgebrochene Serie “Firefly” und dem später folgenden Film “Serenity” zu. Auf jeden Fall haftet all diesen Beispielen ein Kultstatus an und ist von einer starken, organisierten Fanbase geprägt. Der Trend zeigt: wenn Serien enden, so schmerzt das und hinterlässt ein Verlangen nach Mehr. Fans akzeptieren ungern ein “Nein” als Antwort und so stirbt die Hoffnung auf ein Wiederaufgreifen zuletzt. Nach dem Ende von “Arrested Development” beispielsweise, standen Gerüchte um einen Kinofilm lange im Raum und resultierten Jahre später schließlich in einer Fortsetzung der Serie.

Wenn das Fernsehen ins Kino wandert

Auch "Wayne’s World" (1992) ist ein Beispiel für diese Fusion aus Film und Serie. Entstanden 1987 aus “Wayne’s Power Minute”, einem Segment der CBC-Serie “It’s Only Rock & Roll”, entwickelte es sich zu einer Sketchreihe der NBC Serie “Saturday Night Live” und schließlich zu zwei Kinofilmen. Die Verschmelzung findet hier auch auf der Metaebene statt: Im Film produziert Wayne Campbell seine eigene Freitagnacht-Serie auf einem Lokalsender direkt aus seinem Keller.

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