Transistor Rhythm


Antony Williams aka Addison Groove schickt sich an der nächste UK Bass-Prinz zu werden. Auf seinem Debut-Album schmiegen sich schmeichlerische Synth-Chords an dystopische Säbelzahn-Beats und Chicago-Breaks fetten funky Broken Bass auf. Schweinische Vocals gibt es auch – Work that motherfucker!

Antony Williams aka Addison Grooves Treffsicherheit ist fast unmenschlich. Neben seinem Juke-meets-Dubstep-Überhit „Footcrab“ genießen auch „Work it“, „It’s Got Me“ oder „Minutes Of Funk“ Kultstatus. Die Vocal-Samples seines Debüt-Albums menscheln hingegen sehr. „Uuhhh, that pussy“, „Gimme that“ oder „Fuck you bitch“ furzt es da aus den Lautsprechern. Solche Schweinereien zu verteufeln wäre ein Leichtes, unüberlegt und hier überkorrekt, denn in Addison Grooves Bearbeitung werden diese Schnipsel zu einem essentiellen Groove-Treiber. Grandios, wie Antony Williams die Samples zerhäckselt, punktgenau ineinander schachtelt und so die Synapsen mit einer weiteren Soundebene befeuert.

Die kühle Distanziertheit von Bass Music ist hier eigentlich nur mehr im Ansatz spürbar. Die Musik des jungen Briten ist trotzdem nicht pompös. Heruntergekochter Funk und minimalisierter Bass – von Labels wie Swamp81 salonfähig gemacht – bilden das Fundament der Tracks. Darüber streut Addison Groove tausend und ein Genres. Er zerschießt förmlich sämtliche Einflüsse und setzt deren Bruchstücke wieder zu einem wunderschön schimmernden Mosaik zusammen. Ständig blitzen Reminiszenzen großer Club-Genres wie Tech-House, Rave oder Dubstep auf ohne stilbildend zu werden. Das Style-Ruder lässt sich Antony Williams nicht aus der Hand nehmen. In Genres denken oder zu produzieren ist sicher nicht sein Ding. Die Blaupause für mögliche Synergie-Effekte zwischen Juke und Dubstep hatte er bereits mit der ersten Maxi „Footcrab“ geliefert, auf „Transistor Rhythm“ schießt er gleich noch weitere Stilhybride nach – Techno tanzt mit UK Funky, Juke flirtet mit House, Electro schmust mit Dubstep und Antony Williams macht den Kapellmeister.

Addison Groove, der auch unter dem Pseudonym Headhunter für Furore sorgte, ist einer dieser Scheiß-Mir-Nixe, die dafür verantwortlich sind das Bass Music weiterhin elektronische Musik Richtung Zukunft peitscht.

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