Schwarz wie Tusche selbst

Moussa Kones neue Tuschezeichnungen berichten über das Künstlerdasein. Hochdosierte Bilder für das schaffende Gemüt und ein tristschöner Leitfaden für alle in einem Abecedarium vereint.

"Nach einigen Jahren Berufserfahrung war es notwendig innezuhalten und zurückzublicken. War das gut, was da passiert ist? Es waren die heißesten Tage des Jahres. Im Flirren der trockenen Hitze, in Schweiß gebadet, kondensierten die Zeichnungen vor mir auf dem Papier. Es entstand ein Destillat des Künstlerlebens in Tusche. In kleinen Mengen zu sich genommen stimuliert es die Immunabwehr, hochdosiert ist es für Künstler tödlich.", so Kone.

Moussa Kones Bildband und die nun neu erscheinende handkolorierte Sonderedition von "The Abecedarium of the Artist’s Death" schildert die kathartische Version des Künstlerdaseins in seiner Alltäglichkeit. Vom Scheitern und Versuchen. Immer wieder aufzustehen, sich die Knie wund zu schlagen, seine Seele zu verkaufen. Wie nah Erfolg und Misslingen doch beieinander liegen können und wie schnell das doch alles geht.

Pechschwarz

Der österreichische Künstler, der auch für die sexelnden Pandas des The Gap Logos verantwortlich ist, lotet in seinen Arbeiten stets Grenzen aus. Menschliche Existenz wird in Frage gestellt, Ohnmacht kolladiert mit Macht, das Tier ergreift die Überhand.

Mit nötigem Sprachwitz und gekonnter Linienführung sind es diesmal 26 Zeichnungen geworden. Die Anzahl der Zeichnungen deshalb, weil jedes Werk für jeweils einen Buchstaben und ein Beispiel dazu steht. Des Weiteren ist "The Abecedarium of the Artist’s Death" eine Hommage an den bekannten amerikanischen Zeichner Edward Gorey, der Zeit seines Lebens mehr als 100 Künstlerbücher und mehrere Abecedarien veröffentlichte. Er würde heuer seinen 90. Geburtstag feiern.

Eine weitere inspirierende Rolle könnte dabei auch der Künstler Paul Flora gespielt haben. Selbst Tuscheführer wie Moussa Kone, zeichnete er in ähnlichem Stil tristschöne Bilder über Venedig, Raben und das österreichische Gemüt. So oder so ist der Bildband des Künstlers, der stets unter seinem Pseudonym arbeitet, ein tragisch-metaphorisches Werk über Kunst und deren Maschinerie geworden. Ein Leitfaden jedoch für alle, denen Scheitern ein Begriff sein dürfte.

Neben der "Normalausgabe" von Moussa Kones "The Abecedarium of the Artist’s Death, die man sich beispielsweise hier bestellen kann, gibt es nun auch eine exklusive Vorzugsgabe, ein handkolorierte Sonderedition (Aquarell). Auflage 20 Stück, handsigniert und nummeriert. Erhältlich bei Judith Ortner.

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