Vic Chesnutt ist endgültig abgetreten

Nach einigen Suizidversuchen glückte dem unglücklichen Genie das, was niemand für ihn wünschte.

Vic Chesnutt hat am Heiligen Abend erneut seinem Leben ein Ende setzen wollen. Nach dem Selbstmordversuch mit einer Überdosis Schmerztabletten fiel Chesnutt ins Koma und verstarb im Beisein seiner Familie wenige Stunden später mit nur 45 Jahren. Der Endpunkt einer langen Leidensgeschichte. Dabei sang er auf seinem letzten Album "At the Cut" im Song "Flirted With You All My Life" noch den Refrain "O death, really, I’m not ready" – gemeint als Bruch mit dem Hang zum Suizid.

Der amerikanische Singer/Songwriter Vic Chesnutt hatte im Laufe seiner Karriere beständig seine Depressionen in vielen Liedern thematisiert. Und immer wieder unter den Augen der Öffentlichkeit zwei Jahrzehnte versucht, sich das Leben zu nehmen.

Die Tiefe Krise des Begnadeten rührte von einem Autounfall mit 19 Jahren her, als er als Passant in ein Auto lief und querschnittgelähmt auf den Rollstuhl angewiesenen zurückblieb. Der Lebenswille nahm danach im Lauf der Jahre immer mehr ab und der Alkoholismus stieg rasant. Erst fünf nach dem Drama begann die eigentliche Karriere des universal begabten Musikers, als er von R.E.M.-Mastermind Michael Stipe entdeckt und gefördert wurde. Es entstanden danach etliche, zutiefst beeindruckende Werke, die fernab der simplen Wehleidigkeit den wahren Gefühlen Noten gaben. Viele bekannte Stars waren Fans des zerbrechlichen Barden, der selbst nie den gebührenden Ruhm erreichte. So coverten neben R.E.M. auch die Smashing Pumpkins, Madonna oder die Indigo Girls seine Lieder.

we will remain ignorant

incapable of knowing

insoluble is the problem

curiosity, sleeping

killed the caterpillar

curiosity, empty

is a blanket over the head

(Blanket Over The Head)

R.I.P.

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