Wallis Travelling Bird

Die irische Sängerin Wallis Bird übte sich im Crowdsurfing bei einem umjubelten Konzert in der Wiener Arena.

Wenn man Wallis Bird live sieht, kommt man nicht umhin, Ausdrücke wie energetisch, euphorisch oder quirlig zu bemühen. Vom ersten Ton an fegt die zierliche Irin energiegeladen über die Bühne, singt, schreit, lacht sich die Seele aus dem Leib, und das alles mit überbordender Spielfreude, die sich direkt auf das Publikum überträgt. In der zweiten Konzerthälfte auch buchstäblich, als Wallis Bird sich im Crowdsurfing übt und vom ebenfalls euphorisierten Publikum durch die Halle der Wiener Arena tragen lässt.

Mit im Gepäck hatte sie ihr neues, mittlerweile viertes Album „Architect“. Die bisher für eine Mischung aus Rock, Pop und Folk stehende Sängerin und Gitarristin beschreitet mit ihrem aktuellen Werk neue musikalische Pfade in Richtung Dance und Elektronik, woran Wallis Birds Umzug nach Berlin nicht unbeteiligt war, wie sie uns im Interview erzählt hat. Die Berliner Clubs haben sie zu Beginn so sehr zum Feiern animiert, dass sie zunächst gar keine Lust hatte, ein neues Album aufzunehmen. Inspiriert von der elektronisch dominierten Musikszene ihrer Wahlheimat begann die Künstlerin erstmals mit Beats und Sythesizern zu experimentieren, womit die Grundlage für das Album „Architect“ gelegt war.

Live werden die elektro-lastigen Kompositionen durch Birds vierköpfige Band wieder mehr in ein traditionelles Rock-Arrangement getrimmt. Wovon manche Stücke profitieren, etwa die Dancefloorhymne „Gloria“, die in der explosiven Liveumsetzung ein wenig an Russkaja erinnert. Nebst den Brüdern Christian und Michael Vinne an Schlagzeug und Bass bringen Aoife O’ Sullivan an Trompete und Keyboards und Aidan an Klarinette und Gitarre die Klangvielfalt ins Spiel, ohne die Mitsing-Hits wie „To My Bones“, „Encore“ oder „Hardly, Hardly“ wohl nicht ihre Stärke entfalten würden. Daneben sind es aber auch die stillen Momente, die berühren, etwa das von Wallis solo intonierte Schlussstück vom neuen Album, „River Of Paper“. Ein Konzertabend, der definitiv Spaß gemacht hat, wir haben die Bilder davon.

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