Was hat Graz von 3 Jahren City of Design?

Drei Jahre ist es her, dass Graz zur Unesco City of Design gekürt wurde, zeitgleich zu Kürzungen im Kultur- und Sozialbudget der Stadt. Hat es wenigstens die erhofften Erfolge gebracht?

Eine Unesco-City of Design kann nicht jeder werden. Eine City of Design hat eine lebendige Design- und Kreativbranche, setzt starke Impulse im Bereich Architektur und Design, hat ein charakteristisches Stadt-Design und moderne Ausbildungsstätten für Kreative. Die Unesco hat Graz für all diese Dinge ausgezeichnet, die Stadt darf sich seit dem 14. März 2011 »City Of Design« nennen.

Um dieses Ziel zu erreichen bzw. alle Initiativen zu bündeln, sind die Creative Industries Styria GmbH entstanden, die damals mit der Bewerbung beauftragt wurden und als Drehscheibe zwischen Wirtschaft und Kreativszene agieren. 1,5 Millionen Euro wurden für die Umsetzung des Projekts zur Verfügung gestellt – eine Ausgabe, die nicht alle als gerechtfertigt empfanden. Immerhin wurden im selben Jahr drastische Kürzungen im Bildungs-, Sozial-, Gesundheits- und Kulturressort angekündigt. Aber Moment – im Kulturressort? Gehört Design nicht dort dazu? Diese Ambivalenz schmiss Kritikern Holz ins Feuer: das City of Design-Projekt sei nur ein Prestigeobjekt für einzelne Politiker, Geld würde primär für Marketingzwecke ausgegeben, anstatt Kulturschaffende zu fördern.

Bringen soll das Ganze, dass das schon vorhandene kreative Potenzial der Stadt ganz nach oben auf die Agenda kommt und, dass Design in das städtische Lebensgefühl übergeht. Die City of Design soll Impuls für Graz als Standort, für Kreativwirtschaft und Tourismus sein. Dass kreatives Potenzial schon vorher vorhanden war, welches es durch den Titel und die neuen Strukturen nur zu bündeln galt, kann man schwer bestreiten. Die FH Joanneum ist mir ihren designspezifischen Ausbildungsschwerpunkten zu einem Zentrum der Branche gewachsen und Architektur und Stadtplanung spielen in der Region schon länger eine verhältnismäßig große Rolle. Insofern könnte es ja durchaus Sinn machen, das auch in internationale Strukturen einzubetten.

War dieses Bestreben der letzten drei Jahre sinnbringend für die lokalen Kulturschaffenden?

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