30 Menschen, 30 Gründe, gegen die Angelobung der neuen Regierung zu demonstrieren

Während heute die neue Regierung angelobt wurde, demonstrierten etwa 5.500 Menschen gegen Türkis-Blau. Wir haben am Heldenplatz nach den Gründen für die heutige Demo-Teilnahme gefragt.

5.000 bis 6.000 Menschen versammelten sich trotz eisiger Temperaturen heute nach mehreren Demozügen gegen die Angelobung der neuen Regierung am Wiener Heldenplatz zu einer Abschlusskundgebung. Eine Demonstration direkt am Ballhausplatz, wie bei der Angelobung der letzten schwarz-blauen Regierung, war in diesem Jahr durch das verhängte Platzverbot nicht möglich. Kritik äußerten die Menschen vor allem an der geplanten Wiedereinführung der Studiengebühren, an Kürzungen im Sozialbereich, sowie an der Regierungsbeteiligung von einzelnen FP-Mitgliedern. Neben zahlreichen SchülerInnen und Studierenden fanden sich auch einige PensionistInnen ein. Zu sehen waren neben zahlreichen Transparenten gegen den beschränkten Zugang zu Bildung auch Plakate mit Aufschriften wie »Omas gegen Rechts«.

Die Stimmung am Heldenplatz blieb den Vormittag über durchwegs friedlich, die VeranstalterInnen versorgten die Demonstrierenden mit warmen Getränken und Musik. Auf der Toilette des Weltmuseums, dessen Mitarbeiter äußerst freundlich auf den durch die Demonstration verursachten Ansturm reagierten, gaben sich Polizisten und Demonstrierende die Klinke in die Hand.

Wir haben einige Menschen am Heldenplatz nach den Gründen für ihre Demo-Teilnahme gefragt …

Lisa

»Ich habe Angst davor, dass mit dieser Regierung unsere Gesellschaft noch weiter gespalten wird und dass keine sinnvollen Antworten auf aktuelle Probleme gefunden und auch nicht gesucht werden.«

Simon, Raffael und Andrej

»Was mich an der neuen Regierung stört, ist, dass sie die Jugendvertrauensräte abschaffen wollen und dass sie die Arbeiterkammer und den ÖGB schwächen wollen.«

»Mich pisst dieser Sadismus an. Dass man Menschen, die vor Krieg flüchten müssen, einfach leiden sehen und ihnen möglichst das Leben schwer machen will. Außerdem natürlich diese komplette Weltfremdheit von Kurz und Co, die keine Ahnung haben, wie es ist, wenn man hart arbeitet und sich das Essen oder die Miete nicht leisten kann, und die dann aber dafür sorgen, dass die Mieten teurer werden, dass die Menschen noch mehr arbeiten müssen, für weniger Geld. Das ist komplette Heuchelei.«

»Ich bin gegen die neue Regierung, weil ich nicht 60 Stunden arbeiten möchte. Ich will auch Freizeit haben.«

Sophie

»We need to talk.«

Vanja

»Wir sind hier, weil Burschenschafter nicht in der Regierung sein sollten.«

Lilli (ohne Foto)

»Die politische Lage in Europa und der ganzen Welt spitzt sich immer mehr zu. Schon vor drei Jahren war es in Wien wichtig, Zeichen zu setzen. Es passieren schlimme Sachen auf der Welt und man denkt sich ›gerade noch Glück gehabt‹ oder ›jetzt warten wir erst mal ab‹, doch die Entwicklungen gehen in eine Richtung, bei der man nicht mehr abwarten kann, weil die schlimmen Sachen bereits passieren. Es muss ein Zeichen gesetzt werden, auch in ganz Europa.«

Michael und Wolfgang

»Die geplanten Maßnahmen in der Asylpolitik und in der Sozialpolitik sind ein wichtiger Grund hier zu sein.«

»Wenn man sich das Regierungsprogramm ansieht, dann geht es hauptsächlich gegen Arme, gegen Ausländer, gegen Schwache. Und der Wirtschaft, also sozusagen den Reichen, soll geholfen werden. Das ist ein Ziel der Regierung, dass ich nicht unterstützen kann.«

Bernadette

»Ich bin selbst noch Schülerin und mir geht es vor allem um die Bildung und darum, dass wieder Studiengebühren eingeführt werden sollen. Außerdem will ich keine blaue Regierung haben. Ich will nicht, dass Rechtsextremisten dieses Land vertreten und Entscheidungen für uns treffen.«

Georg

»Ich bin für freie Bildung.«

Anna (hinter ihrem Plakat)

»Ich finde es wichtig, dass die Leute ihre Meinung sagen. Es reicht uns jetzt und man muss auf die Straße gehen und das auch zeigen.«

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