Die magische 69

Musik war nicht immer so. Rock entwickelte sich im Laufe der 60er auch in Europa zum Sprachrohr der Jugend. In der Buchreihe „Rockarchiv Steiermark/Bandgeschichten“ stellt der kürbis Verlag wichtige Vertreter der heimischen Szene vor, die Popmusik bei uns weiterentwickelten. Im ersten Band: Magic 69.

Klar, die Beatles kennt jeder. Musik ist aber nicht nur Ruhm und ein Rausch der Öffentlichkeit, der in dem Fall der britischen Ikonen Jahrtausende anzuhalten scheint. Sie ist auch eine Bewegung, bestimmte Momente, eine Lebensgeschichte. Oder in dem Fall von Magic 69 mehrere. Gemeinsam mit den Beatles haben sie, am Anfang der Band-Karriere Teil der sogenannten „Beat“- Musikbewegung gewesen zu sein. Das war damals durchaus spannend, da Tanzen und Feiern sehr anders als heute war. In Clubs und Bars, oder in der Steiermark eben in Gasthäusern, waren es die Gitarrenbands, die den musikalischen Tanzrhythmus angaben. Und es war Magic 69, die die steirischen Teenies zum Schwitzen brachten. Zumindest damals.

Eine andere Zeit

Das Ganze begann, es wundert die wenigsten, 1969. In der Erstbesetzung waren es Harald Brunner, Karl Peierl, Gunther Silbert, Peter Szammer und Günter Timischl. Die Besetzung wie auch die Musik selbst sollte sich in den nächsten Jahren so ändern wie die österreichische und europäische Landschaft der Popmusik. Austropop begann 1970 gross zu werden, in dieser Zeit veröffentlichte Magic 69 eine Single, damals noch in englischer Sprache. Boris Bukowski war durch die örtliche Nähe als gebürtiger Fürstenfelder ab 1972 Gast in der Band. 1974 benannte sich die Band in Magic um, fing dann an auf deutsch zu singen und zu veröffenlichen. Bevor dann die Neue Deutsche Welle anfing zu rollen, wechselte man wieder zurück: Tezzele: "Es tut mir leid, dass genau zu meiner Zeit dann wieder umgestiegen wurde auf Englisch und diese ursprüngliche Vorreiterrolle dahin gewesen ist. Es war einfach zu früh."

Es geht nicht ohne Hindernisse

So ziehen sich einige unglückliche Wendungen durch die Geschichte der Gruppe. Am Anfang eher ein Live-Act, bekannt für die energiereichen Shows, wandelte sich Magic 69 im Laufe der Jahre von der Beatpopmusik dem Rock zu. Es gab zahlreiche Lineup-Wechsel und am Ende wurde ein Produktionsstudio gegründet, das auch für den Niedergang der Band mitverantwortlich war. Zu viel kostete dessen Betrieb und zu wenig finanziellen Erfolg gab es. Das ändert aber nichts an dem Status von Magic 69 in der heimischen Musikgeschichte. Im Mikrokosmos des steirischen Rock werden sie einen speziellen Platz haben. Nicht zufällig fängt die Serie "Rockarchiv Steiermark" mit dieser Band an.

Darin wird die Bandgeschichte noch einmal von Anfang an aufgerollt und abgehandelt. Hervorgegangen ist dieses Buch aus den persönlichen Berichten und Beitragen der ehemaligen Bandmitglieder. So liefert es nicht nur einen Überblick über die Gruppe an sich, sondern auch einen intensiven Eindruck der österreichischen Popmusik von den 60ern bis in die frühen 80er.

Das Buch wird an den folgenden Terminen vorgestellt:

14.11.2013, 19 Uhr: Stadtbücherei Fürstenfeld, Augustinerplatz 2, 8280 Fürstenfeld

15.11.2013, 20 Uhr: Forum Stadtpark Graz, Stadtpark 1, 8010 Graz

22.11.2013, 19 Uhr 30: Rhiz Wien, U-Bahnbogen 37, 1080 Wien

"Rockarchiv Steiermark / Bandgeschichten / Band 1: Magic/69" ist beim Verlag Kürbis erschienen. Dem Band liegt eine 7-Inch-Vinyl mit unveröffentlichten Tracks bei.

Bild(er) © Fredl Lang, Branko Lenart, Franz Posch sen., Christian Reiser, Peter Stangl, Hans Georg Tropper, Helmut Warmuth, Reinhard Ziegerhofer
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