Ein Bild sagt mehr als dieser Artikel

Journalismus ist tot, hört man ja ständig und überall. Dabei gibt es viele neue und multimediale Darstellungsformen wie etwas den Comic-Journalismus. Wir haben spannende Projekte gesammelt.

Infotainment, Datenvisualisierung, Comic-Journalismus. Diese und weitere Begriffe sind Schlagwörter, wie journalistische Arbeit mehr sein kann als, ja genau, dieser Text hier. Lesen ist nice, aber in bewegten Zeiten längst nicht alles.

Betrachtet man die Medienlandschaft genauer, wird klar, Visualisierungen gewinnen mehr denn je an Bedeutung gegenüber reinen Textbeiträgen. Ob soziale Medien oder digitale Newspaper, ein Bild, ein Meme, ein Reaction GIF oder ein kurzes Video kann zielführender sein. Denn wir leben in einer visuellen Gesellschaft.

Werbung hat das ohnehin schon lange verstanden. Bei journalistischen Inhalten hinkt die visuelle Aufbereitung häufig nach. Millionen sinnloser Stockfotos sollten Beweis genug sein für die Einfallslosigkeit, mit denen der schreiberische Alltag oft zugebracht wird. Eine Ausnahme sind Satire und Karikatur, die allerdings zumindest bis heuer etwas belächelt wurden.

Zwischen Ethik und Photoshop

Dass dieses Denken immer mehr der Vergangenheit angehört, beweisen die Medien selbst. Kaum eine Tageszeitung verzichtet heute noch auf Datenvisualisierung, interaktive Grafiken und Comic-Journalismus – weder im Online- noch Printbereich. Warum, das ist relativ simpel. Komplexe Inhalte können vereinfacht dargestellt werden, Fakten bewusster wahrgenommen werden, der Leser bekommt die Möglichkeit, sich ein besseres Bild über die Thematik zu machen und interaktiv zu beteiligen. Verschiedene Medien verschwimmen und ergeben etwas Neues.

Ein Vorurteil, mit dem visueller Journalismus und insbesondere Comic-Journalisten zu kämpfen haben, ist die Annahme, zeichnerischer Berichterstattung fehle die für Journalismus notwendige Objektivität und Faktizität. Meistens unterliegen auch Visualisierungen den ethischen Grundsätzen journalistischer Arbeit.

Dass mit journalistische Arbeiten stets Selektions- Interpretationsprozesse einhergehen, gehört zum Teil dieser Arbeit, und dass so ziemlich alle Bilder in Druck- und Onlinemedien gephotoshopped sind, mittlerweile wohl auch. So kann man sich 2015 beruhigt auf visuellen Journalismus einlassen, auch abseits der Satire.

twenty.twenty findet am 10.Feber ab 18.30 im Wiener Hub, Lindengasse 56, statt. Keynote-Speaker ist Reinhard Schulz-Schaffer (HAW Hamburg Informative Illustration und Visuelle Publizistik)

Am der Podiumsdiskussion nehmen anschließend teil: Nina Dietrich (Illustratorin, Lehrbeauftragte und Künstlerin), Lukas Plank (Journalist), Markus Hanzer (Kommunikationsdesigner), Moderation: Sarah Kriesche

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