Die Leftovers sind zurück und sie haben ein Album am Start, bei dem sich alles ums Erwachsenwerden dreht.

Die Beschreibung »jung und dumm« wird nicht selten von Erwachsenen verwendet, wenn sie über ihre Jugendsünden sprechen. Aber was ist, wenn man längst aus dem Kindesalter heraus ist und trotzdem genau das sein möchte – und zwar ohne Konsequenzen? Von solchen Sehnsüchten singen die Leftovers auf ihrem neuen Album. Den Sound der Band, die Anfang September als Support der Toten Hosen im Ernst-Happel-Stadion (!) gespielt hat, könnte man als Mischung aus Punk, Grunge und Alternative Rock beschreiben – Fans von Distortion kommen jedenfalls auf ihre Kosten.
Auf »Schau nicht so« fordern die vier Wiener*innen mehr Attitüde. Die rebellischen Texte, die sich urgut mitgrölen lassen, bringen auch die im Punk fast schon obligatorischen Aufreger mit sich. Sager wie »scheiß Kiwarei« oder »ich finde euch peinlich« sind da vorprogrammiert. Gewisse Dinge kann man aber eigentlich auch nicht oft genug sagen – wie zum Beispiel, dass Frauen die Schnauze voll haben. In »Nasenbrecher« mit Vocals von Bassistin Anna Grobauer, stellt sie sich eine Realität vor, in der Frauen einfach mal zuschlagen, bis man(n) blutet.
Zu jung, um alt zu sein
Ab der Mitte des Albums wird der anfänglich ungestüme Sound ernster. Die Realität des Erwachsenwerdens muss man schließlich erst einmal verarbeiten. Das titelgebende Stück »Schau nicht so« erzeugt mit depressiver Melodie und harten Gitarren einen Ohrwurm, der von der Schwelle zwischen dem Jung- und dem Erwachsensein sowie den daraus resultierenden Selbstzweifeln erzählt. Nicht wissen, wohin mit sich. Merken, wie die Zeit immer schneller vergeht. Sich alt fühlen in einem noch jungen Körper. Frei bleiben wollen, doch von der Verantwortung des Erwachsenwerdens gepeitscht werden. Und zu allem Überdruss sind dann noch die Älteren da, die einen bevormunden. »Sterne funkeln nicht wie früher, alles anders«, singt Leonid Sushon. Im nüchternen Gedanken, nicht ewig Kind bleiben zu können, gelingt es »Schau nicht so«, eine Zeit lang Trost zu spenden.

Das Album »Schau nicht so« von den Leftovers ist am 25. September 2026 bei Phat Penguin Records erschienen. Die nächsten Konzerttermine der Band: 2. Oktober, Graz, PPC — 3. Oktober, Wels, Alter Schlachthof — 14. Oktober, München (DE), Technikum— 15. Oktober, Stuttgart (DE), Im Wizemann — 16. Oktober, Frankfurt am Main (DE), Mousonturm — 17. Oktober, Essen (DE), Zeche Carl — 19. Oktober, Marburg (DE), KFZ — 20. Oktober, Aachen (DE), Musikbunker — 22. Oktober, Köln (DE), Die Kantine — 23. Oktober, Hamburg (DE), Uebel & Gefährlich — 24. Oktober, Berlin (DE), Festsaal Kreuzberg — 25. Oktober, Dresden (DE), Tante Ju — 30. Oktober, Salzburg, Arge Kultur — 31. Oktober, Innsbruck, Die Bäckerei — 9. Mai 2027, Wien, Ottakringer Brauerei.