Pickelige B-Boys von Bologna bis Oslo

Der Bildband "Cause We Got Style" versammelt Fotos aus zwei Jahrzehnten europäischer Hip Hop-Kultur.

Pubertierende B-Boys aus England, die auf Pappkartons tanzen, Berliner Graffiti-Künstler, die sich neben Zügen und Bahngleisen ablichten lassen und persönliche Einblicke in schweizerische Kinderzimmer, die mit Sprühdosen und Platten voll gestellt sind. Die Jugendsubkultur in Europa steckt wie ihre Protagonisten noch in den Kinderschuhen. Via TV und Radio schwappen nur spärliche Informationen über den großen Teich. Dennoch spornten die Bilder aus "Wild Style" und "Beat Street" pickelgesichtige Jugendliche von Mailand bis Oslo an, ihren eigenen Hip Hop-Style zu kreieren. Oft fehlte das Geld oder der Zugang zu hippen Klamotten aus New York, da wurde eben improvisiert und der Nike-Swoosh aus Leder ausgeschnitten und auf die Kappe geklebt. Auf den Zeitdokumenten, die die Schweizer Graffiti-Writerin und Grafikdesignerin Rosy One auf ihrer Webplattform www.dopepose.com zusammengetragen hat, geht es aber nicht nur um Posen, sondern um Style, Mode und Ästhetik. Obwohl die Goldketten, Kangol-Mützen und Schnauzbärte für ihre Träger sicher unermessliche Coolness repräsentierten, amüsieren die Bilder nicht selten durch ihren historischen Charakter und die Modesünden der 1980er.

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