All Love’s Legal

Statement on the Dancefloor: Jam Rostron katapultiert Judith Butler und Grace Jones in die 90er und lässt sie Geschlechterstereotype wegtanzen.

Planningtorock macht sich seit jeher einen Spaß daraus, Gender-Klischees zu hinterfragen, versteckt sich auf der Bühne hinter Masken in amorphen Formen, verfremdet ihre Stimme, sodass nie ganz klar ist, ob sich ein Mann oder eine Frau dahinter verbirgt. Auf „All Love’s Legal“ dreht die in Berlin ansässige Multi-Instrumentalistin in Eigenregie kunstfertig an musikalischen Schrauben und besinnt sich stilistisch auf die Wurzeln der Dance-Musik in der Queer-Szene.

Dabei geht das dritte Album aber noch einen Schritt weiter: „Patriarchy Over & Out“, „Let’s Talk About Gender Baby“ – thematisch befasst sich Planningtorock hier ausschließlich mit der Befreiung von veralteten Geschlechterrollen, wird dabei aber nie dogmatisch. Geschlecht ist dabei kein soziales Konstrukt im Sinne Judith Butlers, sondern schlicht eine Lüge („Human Drama“). Obendrein hat Janine Rostron ihren Namen für das aktuelle Werk zum geschlechtlich weniger eingeschränkten Jam Rostron gewechselt. Statement on the Dancefloor also.

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