Darum

Die Idee hat etwas: Dass es im ersten österreichischen Gerichtssaalthriller der jüngeren Kinogeschichte um einen Mann gehen soll, der sein Bestes tut, für einen Mord verurteilt zu werden, für den ihn niemand wirklich zur Verantwortung ziehen will. Daniel Glattauer, Kolumnist und Gerichtsreporter des „Standard“, hat die Buchvorlage geschrieben, über den Gerichtsreporter Jan Haigerer, der eines […]

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Die Idee hat etwas: Dass es im ersten österreichischen Gerichtssaalthriller der jüngeren Kinogeschichte um einen Mann gehen soll, der sein Bestes tut, für einen Mord verurteilt zu werden, für den ihn niemand wirklich zur Verantwortung ziehen will. Daniel Glattauer, Kolumnist und Gerichtsreporter des „Standard“, hat die Buchvorlage geschrieben, über den Gerichtsreporter Jan Haigerer, der eines Tages einen Mord begeht und gesteht, aber zur Verwirrung aller sein Tatmotiv schuldig bleibt. Harald Sicheritz’ Auge für slicke Bild- und Klangoberflächen und aufwendige Kameramanöver sind den Anforderungen dieses Genres um einiges angemessener als vielen seiner Kinokomödien. Bald wirken Bildgestaltung und Dramaturgie aber unnötig forciert, so als gälte es, den Mangel an heimischer Genrekinoübung mit einem Übermaß billiger /flashes/ zu überspielen. Wo klassisches, chronologisches Erzählhandwerk Spannung und absurden Witz der Geschichte ideal abschöpfen könnte, da springt Sicheritz unnötig zwischen den Zeitebenen hin und her und jagt lächerlich käsige Schockbilder durch den Film. Auch der österreichische Allstar-Cast (von Roland Düringer bis Wolfram Berger) agiert um ein, zwei Gänge chargenhafter, hysterischer, als es Empathie und Spannung zuträglich wäre. Im letzten Drittel hätte freilich auch disziplinierteres Storytelling nichts genützt: Der Film lässt, ziemlich früh und ziemlich offensichtlich, Haigerers wahres Mordmotiv durchblicken. Und es ist, soviel darf verraten sein, abstruser und zugleich klischeehafter als jede der zuvor gestreuten Finten.

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