Deadwood – Staffel 1

Mitte der 2000er erlebte der Western eine tiefschmutzige und gehässige Inszenierung im Serienformat, die sich – den Mund voller Kraftausdrücke – von Kopf bis Fuß im Dreck suhlte. Auch Jahre später gehört das Western-Drama mit zum Besten was die 00er-Jahre serientechnisch zu bieten hatten.

In »Deadwood« kennt man das Gesetz nur vom Hörensagen. Ursprünglich den Indianern als territoriales Gebiet zugesprochen, lockt die Kunde vom Goldrausch immer mehr Bewohner in das aus dem Boden gestampfte Zeltlager. Die Verheißung auf Reichtum lässt das Dorf im Staffelverlauf zu einem veritablen Städtchen wachsen und ermöglicht neben dem Fokus auf persönliche Missgunst und Intrigen auch den Blick auf Entwicklungen eines allmählich geregelten Zusammenlebens. Dabei nehmen mit Wild Bill Hickok oder Seth Bullock nicht nur berüchtigte Figuren der Zeit ihren Platz ein, auch historische Orte und Geschehnisse finden in der Serienadaption eine Entsprechung. Um diese Stimmung zu erfahren, ist der Griff zur englischen Originalspur Pflicht. Die ist zwar verhältnismäßig schwer zu verstehen, lässt sich aber dank Untertitel gut in den Griff bekommen. Denn neben den interessanten Charakteren und dem verruchten Setting sind es die ausgefeilten und durchaus herben Dialoge, die zur Atmosphäre der Serie beitragen. Hier wimmelt es von Flüchen und Schimpfwörtern, was Fans veranlasste, die Anzahl der Kraftausdrücke statistisch zu erfassen. Technisch ist die Serie nach wie vor auf Höhe der Zeit. Mit Ausnahme der arg körnigen Nachtaufnahmen kann die Blu-ray mit einer guten Bildqualität aufwarten. Obwohl weitere Extras fehlen – der Zeitpunkt für einen Besuch in »Deadwood« war noch nie so gut.

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