8 Diagrams

Das Ehrfurcht gebietende Anwesen des Haufens aus Staten Island steht nun seit gut 14 Jahren, die verbleibenden acht Mönche haben sich in ihren Kammern eingerichtet, an den Grundfesten wird nur wenig gerüttelt. Mastermind RZA hat wieder die rostigen Streicher-Samples aus dem Verlies geholt und Kung-Fu-Filme eingelegt. Der von den Clan-Mitgliedern Raekwon und Ghostface Killah geäußerte […]

Das Ehrfurcht gebietende Anwesen des Haufens aus Staten Island steht nun seit gut 14 Jahren, die verbleibenden acht Mönche haben sich in ihren Kammern eingerichtet, an den Grundfesten wird nur wenig gerüttelt. Mastermind RZA hat wieder die rostigen Streicher-Samples aus dem Verlies geholt und Kung-Fu-Filme eingelegt. Der von den Clan-Mitgliedern Raekwon und Ghostface Killah geäußerte Vorwurf, dass der Über-Produzent und geschmeidige Renaissance-Mann allmählich zum Hip-Hop-Hippie mutiert, liegt wohl in der ungewöhnlichen Melodieverliebtheit und nächsten Nähe zum Soul begründet, die sich auf „8 Diagrams“ bemerkbar macht – inklusive verstärktem Aufkommen von Gitarrengedaddel (am Gipfel der Schmeichelei, der bei den Beatles geborgten Single „The Heart Gently Weeps“, höchst prominent beigesteuert von Chili-Mann John Frusciante).

Dennoch: Was düster war, bleibt düster. Über den reduzierten Schrottplatz-Beats und bisweilen recht funky ausreitenden Bläsern sprechen die MCs – allen voran Zigarettenfreund Method Man – so schön Gedichte in ihre Mikrofone wie schon lang nicht mehr. Auf Hitsingles verzichten wir weitgehend und beobachten lieber vielschichtige Gebilde am Himmel, lichtundurchlässig und an allen Enden wuchernd.

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