Sarahs Jahresendlisten 2025

Alle Jahre wieder blickt unsere Redaktion auf die popkulturellen Highlights der letzten zwölf Monate zurück. Mit streng subjektivem Blick. Was Sarah Aberer aus 2025 besonders in Erinnerung bleiben wird, könnt ihr hier nachlesen.

© Privat

Wenn sich das Jahr dem Ende neigt, es draußen kalt wird und sich in Wien zahlreiche Tourist*innen auf Weihnachtsmärkten tummeln, sehne ich mich nach nur einer Sache: Drinnen bleiben und Filme schauen. Wetterunabhängig habe ich 2025 versucht, so viele Filmfestivals wie möglich zu besuchen. Ich muss sagen: Dieses Jahr war ein gutes für mich als Filmfan! Deswegen gibt es nun meine Top 10 Filme des Jahres. Außerdem habe ich heuer Urlaub in Österreich für mich entdeckt. Meine Top 5 Aktivitäten für den Heimaturlaub habe ich auch aufgelistet. Bereit? Film ab!

Top 10 Filme des Jahres

10. »Kpop Demon Hunters«

Der zehnte Platz meiner diesjährigen Lieblingsfilme findet sich überraschenderweise auf Netflix. Da mir ein nicht k-pop- (oder dämonen-)affiner Freund den Film empfohlen hat, war ich direkt an dem Hype interessiert. Und was soll ich sagen: Drei K-Pop-Stars, die ein Doppelleben als Dämonenjägerinnen führen, das macht einfach Spaß. Dazu ist es auch für eine Ende-Zwanzigjährige wie mich relatable (Couch! Couch! Couch!). Auch wenn dieses Teen-Action-Musical zum Schluss ein paar Fragen offen lässt – ich war sehr unterhalten.

9. »Konklave«

Ich interessiere mich eigentlich nicht für religiöse Praktiken, darum war mein Interesse an »Konklave« eher gering. Mich hat aber die Optik des Films überzeugt. Außerdem zeigt er die streng hierarchischen Strukturen der katholischen Kirche und führt den*die Zuschauer*in in den rituellen Ablauf einer Konklave ein. Dass ich einige Monate später die Konklave nach Papst Franziskus mit Interesse verfolgt habe, spricht für mich dafür, dass ich mir doch etwas aus diesem Film mitgenommen habe.

8. »Noch lange keine Lipizzaner«

Ich muss an dieser Stelle ehrlich zugeben: Ich hatte keine Ahnung, wie schwer es ist in Österreich an eine Staatsbürgerschaft zu kommen. Das habe ich durch diesen Film gelernt. Das Publikum begleitet Regisseurin Olga Kosanović beim Prozess der österreichischen Einbürgerungs-Absurdität. Dabei spielt Kosanović mit Interviewsequenzen, humoristischen Statements und grafischen Visualisierungen. Besonders in Erinnerung ist mir die Baby-Lotterie geblieben. Ein Film für Anschlussdiskussionen!

7. »Frankenstein«

Manchmal mag ich Filme allein deswegen, weil mich die Performance des*der Hauptdarsteller*in positiv überrascht hat. Frankenstein von Guillermo del Toro ist einer davon. Ich kann mich deswegen nur einer Letterboxd-Bewertung anschließen: »Jacob Elordi, I apologize. I was not familiar with your game.« Lob geht auch raus an Oscar Isaac für seine Darstellung von Dr. Frankenstein.

6. »Girls & Gods«

»Girls & Gods« beschäftigt sich mit der Frage, ob Feminismus und Religion vereinbar sind. Ich war sehr hyped auf diesen Film und wurde nicht enttäuscht. Es kommen Frauen mit den unterschiedlichsten Perspektiven zu Wort. Aktivistin Inna Schewtschenko begegnet Priesterinnen, Atheistinnen und einer Frau, die aus religiösen Gründen ihre Haare verdeckt – mit einer Echthaar-Perücke. Untermalt wird diese Reise mit einem lebendigen Soundtrack. Ebenfalls ein Film für anschließenden Gesprächsstoff.

5. »In Limbo« (»W zawieszeniu«)

Eigentlich schon 2024 erschienen, habe ich »In Limbo« aber erst dieses Jahr auf der Ethnocineca in Wien gesehen und befunden, dass er zu gut ist, um nicht auf dieser Liste zu landen. Regisseurin Alina Maksimenko begleitet darin den Alltag ihrer Eltern nordwestlich von Kyjiw. Während die Front immer näher rückt, dokumentiert Maksimenko die bedrohliche winterliche Stille. Dass dieser Film 2022 gedreht wurde und sich seither kaum etwas an der Situation der Ukrainer*innen geändert hat, macht alles noch viel beklemmender.

4. »Home Game«

Analog zu Platz fünf: Einfach zu gut, um nicht gelistet zu werden. »Home Game« von Lidija Zelović ist ein Dokumentarfilm, der die Frage der eigenen Identität als Person mit Fluchthintergrund thematisiert. Ich war fasziniert von Zelovićs Sicht auf das ehemalige Jugoslawien, die sich komplett zu meiner Perspektive unterscheidet. Der Film thematisiert Sehnsucht, Hoffnung und Angst vor dem aufkeimenden Rechtspopulismus. Große Empfehlung!

3. »Flow«

Ich liebe Katzen, schnelle Kameraführung und Animationsfilme. Logisch, dass mich dieser Film abgeholt hat. In »Flow« begleitet das Publikum eine Katze, die in einer von Wasser überfluteten Welt zurechtkommen muss und sich dabei mit anderen Tieren anfreundet. Der Film bewegt sich irgendwo zwischen Fantasy und Dystopie und hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.

2. »Bürglkopf«

Es ist ein offenes Geheimnis, dass es Menschen mit Fluchterfahrung in Österreich schwer haben. Wie schwer, zeigt »Bürglkopf«. Der Dokumentarfilm von Lisa Polster thematisiert das Rückkehrzentrum Bürglkopf, welches isoliert auf 1.300 Metern in den Tiroler Bergen liegt. Abgeschnitten von der Außenwelt, warten dort Menschen auf ihre Abschiebung. Dass die Regisseurin keine Drehgenehmigung für das Zentrum bekommen hat, macht vielleicht sogar die Stärke dieses Films aus. Er zeigt alles rundherum, die einsame Umgebung, das nahgelegene Dorf und Interviews mit Bewohner*innen des Zentrums sowie der lokalen Bevölkerung. Das zentrale Thema, also das Asylzentrum, bleibt ungesehen. Eindrucksvoll vermittelt Polster, wie Isolation Menschen die Hoffnung nehmen kann. Diesen Film sollte man nicht verpassen.

1. »Babygirl«

Dass ich einen Erotikthriller als meinen liebsten Film des Jahres bezeichnen würde, war definitiv nicht auf meiner Bingokarte für 2025. An diesem Film habe ich alles geliebt: Die Farbkomposition, der Soundtrack, die Performances und überraschenderweise auch die Besetzung. Ich wusste nicht, wie sehr Nicole Kidman als erfolgreiche Businessfrau überzeugen kann. »Babygirl« war ernst und leicht zugleich – sollte man sich nicht entgehen lassen!

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