#SaveWestlicht – Peter Coeln im Interview

Dem Westlicht droht die Schließung, nachdem es vom Hauptsponsoer derzeit keiner weitere Förderzusage gibt. Peter Coeln spricht im Interview über die Pläne für ein öffentliches Fotografiemuseum, die Unterschriftenaktion und die Zukunft des Hauses.

Seit sechzehn Jahren bereichert das Westlicht die Wiener Kunst- und Kulturszene und findet dabei ein gutes Gleichgewicht zwischen Ausstellungsselbstläufern und der Präsentation von nischigeren Themen. Eine öffentliche Förderung erhielt das Westlicht bisher nicht, nun könnte auch die Finanzierung durch den Hauptsponsor wegfallen. Mit einer Onlinepetition versucht man nun Verantwortliche in der Politik auf die mögliche Schließung aufmerksam zu machen – 13.000 Menschen haben diese innerhalb der letzten drei Tage unterschrieben. Wie es weitergehen soll ist unklar. Wir haben mit Peter Coeln, dem Leiter und Initiator des Hauses gesprochen…

Im Sommer gab es eine Diskussion um ein Fotografiemuseum, auch mit der Zusage von Peter Coeln, seine gesamte Sammlung an dieses weiterzugeben. Kam es hier zu weiteren Gesprächen bzw. woran ist das gescheitert und wie ist man verblieben?

Minister Drozda ist sehr spät auf diesen Zug aufgesprungen um sich mit den Plänen seines Vorgängers Josef Ostermayer zu beschäftigen. Er hat dann Experten eingeladen um ein solches Projekt zu diskutieren. Teil des Planes war meine Sammlung, die ich als Schenkung für ein öffentliches, eigenständiges Museum zur Verfügung gestellt hätte, zu integrieren. Jetzt wird eine Studie von Sektionschef Meindl und Gerald Matt erstellt.

Ihr habt nun eine Petition gestartet. Was genau erwartet ihr euch von dieser Aktion?

Wir wollten die öffentliche Stimmung einer eventuellen Schließung von WestLicht erkunden und diese dann auch an Leica, dem Bund und der Stadt vermitteln. 13000 UnterstützerInnen in weniger als drei Tagen und die viele Kommentare haben uns überwältigt. WestLicht hat mit seinen 70.000 Besuchern bei einem durchschnittlichen Alter von 25 Jahren ein total positives Image.

Einige Kulturinitiativen setzen – zum Teil sehr erfolgreich – auf Crowdfunding, ein schönes Beispiel ist etwa der Bertholdsaal. Könntet ihr euch so etwas auch vorstellen, oder ist die benötigte Summe von der Crowd einfach nicht tragbar?

Ich glaube nicht, dass das der geeignete Weg ist, da der Erfolg unsicher und nicht planbar ist. Wir müssen mit fixen Budgets arbeiten.

Wie hat sich das WestLicht bisher finanziert und wie kommt es jetzt zu diesem Engpass? Welche Förderungen bekommt ihr aktuell bzw. mit welcher Begründung bekommt ihr bisher keine Förderung?

WestLicht wurde von der Peter Coeln GmbH finanziert, die die Leica Shops und die WestLicht Auktionen betreibt. Nachdem diese Firma jetzt von Leica kontrolliert wird hat Leica die weitere Unterstützung nicht mehr garantiert. Wir haben niemals Förderungen von der öffentlichen Hand bekommen, Begründung gab es keine.

Wie groß seht ihr die Chancen für eine Unterstützung von Seiten der Politik, wie geht ihr mit dem aktuellen Regierungswechsel um?

Das ist leider nicht absehbar.

Wäre es auch denkbar, einen privaten Sponsor zu finden?

Denkbar, aber schwierig – Leica hat sicherlich einen großen Marketing- und Imagegewinn durch WestLicht erzielt.

Welche Rückmeldungen auf die Petition gab es bisher? Wie gehen eure BesucherInnen mit der Nachricht um?

An den Reaktionen können wir deutlich erkennen, dass es zu einem großen Kulturverlust kommen würde.

Die Petititon #safewestlicht kann hier unterzeichnet werden. Alle Informationen zum Westlicht sowie eine Programmvorschau sind hier zu finden. 

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