Creatives Industries Austria: Studio Es im Porträt

Studio Es ist Art Directorin und Gründerin Verena Panholzer und ihr Team. Es ist ein Studio für visuelle Kommunikation. Ein Gespräch über Wettbewerb und Multitasking.

© Studio Es
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Verena Panholzer hat mit ihrem Studio im fünften Bezirk in Wien einen Ort für außergewöhnliche visuelle Kommunikation geschaffen. Zu den Kunden des Studios gehören unter anderem die Diagonale, das Wien Museum, die Wirtschaftsagentur Wien und die Ars Electronica. Ein Gespräch über den Wettbewerb in der Kreativbranche und wie viele Aufgaben man auf einmal realisieren kann ohne dabei ins Schwitzen zu kommen.

Erkläre uns so einfach wie möglich, was du beruflich machst.

Ich beschäftige mich seit rund zwölf Jahren mit Visueller Kommunikation. Dazu gehört ein gutes Konzept, noch bessere Gestaltung und Durchhaltevermögen. Im Studio entwickeln wir vermehrt Identities für Kunden aus dem Kunst- und Kulturbereich.

© Studio Es für ViennaDesignWeek

Du kannst jetzt auf einige Jahre Erfahrung zurückblicken. Stell dir vor, du wärst am Anfang deiner Karriere, was würdest du anders tun, beziehungsweise worauf würdest du deinen Fokus legen?

Später weiß man immer besser, was man hätte anders machen können. Da ich vom Industriedesign komme und mich schließlich über die Werbung auf visuelle Kommunikation konzentriert habe, kann ich sagen, nichts ist umsonst. Man sollte seinen Horizont ständig erweitern und sich dann spezialisieren. Ich glaube die Zeit, wo man alles können muss, ist vorbei. Man hat einen Fokus und holt sich für Projekte gezielt Experten hinzu.

Es gibt einen riesigen Wettbewerb auf dem Gebiet der visuellen Kommunikation – das Internet ist voll mit Portfolios. Wie hast du es geschafft, deine Arbeit von anderen zu abzuheben?

Mein Ziel ist es, mich von der Mittelmäßigkeit und dem grafischen Einheitsbrei bewusst zu distanzieren. Wir haben einen Qualitätsanspruch, der nur mit den richtigen Kunden umsetzbar ist. Das ist oft die schwierigste Aufgabe.

Bei kreativer Arbeit vermischt sich Arbeit und Freizeit oft. Moderne Technologie ermöglicht es uns, von überall und zu jeder Zeit zu arbeiten. Wie gehst du damit um?

Eigentlich lässt sich das kaum trennen. Selbst in der Freizeit fotografiere ich oder mache Illustrationen. Ob das jetzt Freizeit oder Arbeit ist, sei dahingestellt. Arbeit ist für mich eher verbunden mit Meetings, Abstimmungsprozessen und Buchhaltung – das würde ich niemals in der Freizeit machen wollen.

Wie wichtig ist Networking?

Ich treffe gerne Leute, aber ohne gezielte Absicht. Wer richtig gute Arbeit macht, wird meist ohnehin gefunden.

An wie vielen Projekten arbeitest du gleichzeitig?

Das ist sehr unterschiedlich. Im Durchschnitt arbeite ich mit meinem Team an drei bis fünf neuen Projekten. Es gibt auch immer Überschneidungen mit der Programmierung oder Produktion.

Wie wichtig ist der Raum der dich bei der Arbeit umgibt? Wie wichtig ist der Stuhl auf dem du sitzt?

Sehr wichtig. Ich brauche Bücher und Magazine in unmittelbarer Reichweite. Auch die Möbel sind ein wichtiger Bestandteil. Bei Sesseln und Kaffeemaschine sollte man niemals sparen.

Was motiviert dich immer weiter zu arbeiten?

Die Frage habe ich mir Ende 2016 auch gestellt. Ständig motiviert man die Mitarbeiter, aber wie motiviert man sich selbst? Ich glaube bei mir sind es Neugierde und Interesse, die mich vorantreiben. Ich kann mich von gutem Grafikdesign einfach nicht sattsehen. Die Identität einer Firma oder einer Person in Gestaltung zu verdichten, ist meine Leidenschaft.

Wie betreibst du Nachforschungen und Recherche? Welche Arbeiten von anderen inspirieren dich?

Es ist gut Bescheid zu wissen, was aktuell im Grafikdesign passiert und was andere Studios machen. Welche Strömungen es gibt. Nur hilft das oft nicht weiter, weil alles schon dagewesen ist. Besser ist es aus Sekundärquellen zu schöpfen – Inspiration findet man beispielsweise in der Kunst, der Architektur bzw. der Literatur. Design findet man überall. Ideen passieren zudem meist dann, wenn man an ganz etwas anderes denkt.

Was ist derzeit der heißeste Trend, wenn es um das Thema Design geht?

Ich habe ein Problem mit dem Begriff Trend in Bezug auf Kommunikationsdesign. Visuelle Kommunikation sollte zeitlos sein. Hier passt ein Spruch von Massimo Vignelli: „If you do it right, it will last forever.“

Hier geht’s zur Website von Studio Es. Hier findet ihr weitere Texte aus der Reihe Creative Industries Austria.

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