Uncharted: The Lost Legacy – Archäologie-Action mit Heldinnen

Dass „The Lost Legacy“ statt Nathan Drake nun mit Chloe Frazer und Nadine Ross zwei weibliche Hauptfiguren hat, macht nur an den richtigen Stellen einen Unterschied.

Schon die bisherigen „Uncharted“-Teile unterschieden sich in erster Linie durch den technischen Fortschritt, der zwischen ihren Erscheinungsdaten lag: Groß angelegte Abenteuer in der Tradition von Indiana Jones oder auch Lara Croft. Spiele die expliziet wert auf Technik und Grafik legten und für Jeden zugänglich und spielbar waren. Narrativ ging es immer um verlorene Schätze, spielerisch um Kletterpassagen, Schusswechsel und das Lösen kleinerer Rätsel. Mit „A Thief’s End“ war die Geschichte von Nathan Drake zu Ende erzählt – Zeit für zwei weibliche Hauptfiguren!

Uncharted The Lost Legacy © Naughty Dog / SCEE

Chloe Frazer und Nadine Ross sind beide aus den vorangeganen Teilen bekannt. Im neuen Stand-Alone Add-On, dass auch ohne Kenntnis der anderen Teile gespielt werden kann, bilden sie unwillig ein Duo auf der Suche nach einem sagenumwobenen indischen Artefakt, dem Stoßzahn der Gottheit Ganesha. Das Gameplay erinnert dabei stark an das letzte Abenteuer und setzt sich aus den bekannten Versatzstücken zusammen. Neben dem Enterhaken, der beim Klettern hilft, kommt diesmal noch eine Haarnadel zum Einsatz, wenn es darum geht, Schlösser zu knacken.

Uncharted The Lost Legacy © Naughty Dog / SCEE

Spielerisch ist „The Lost Legacy“ auf dem hohen, aber bekannten Niveau der Vorgänger, der Umfang des Spiels ist vielleicht etwas kürzer und es gibt eine sanfte Verschiebung des Gameplays in Richtung aufwendigerer Rätsel. Und statt der lockeren Sprüche von Nathan, gibt es tendenziell knackige Kommentare von Chloe und Dialoge zwischen den beiden Frauen, in denen sie sich teilweise humorvolle Untergriffe an den Kopf werfen.

Uncharted The Lost Legacy © Naughty Dog / SCEE

Einen Unterschied macht der Einsatz von Frauen statt einer männlichen Hauptfigur dabei in den wenigsten Momenten – es wird wie bisher unrealistisch geklettert und der Einsatz von Schusswaffen bleibt intensiv. Einzig in wenigen Szenen, in denen die Hauptfigur von den militärischen Gegnern körperlich bedrängt wird, macht das Geschlecht eventuell einen Unterschied. Das dies spürbar bleibt, spricht für das Handwerk der Entwickler.

Uncharted The Lost Legacy © Naughty Dog / SCEE

Neben der Kampagne gibt es wieder die üblichen Multiplayer-Kämpfe, wobei hier leider die Möglichkeit nicht genützt und damit verschenkt wurde, dass Chloe und Nadine sich hervorragend in einem Koop-Modus hätten spielen lassen. Dafür können Besitzer von „Uncharted 4: A Thief’s End“ und von „The Lost Legacy“ gemeinsam online spielen, egal welchen der beiden Titel sie besitzen. Das neue Spiel bringt keine Überraschungen und weiß der Reihe wenig Neues hinzuzufügen – doch das war bei „Uncharted“ schon immer so und muss gerade in diesem Fall der Freude ganz sicher keinen Abbruch tun.

Uncharted The Lost Legacy © Naughty Dog / SCEE

Uncharted: The Lost Legacy“ ist am 23. August 2017 für PS4 erschienen.

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