Von wegen Gähnemark

Am 3. Februar gibt’s mit Spot on Denmark mal wieder eine Belagerung in Wien – und zwar von den Nordmännern. Hannes Tschürtz, Kopf des Musiklabels Ink Music, erklärt, was es mit den Dänen auf sich hat und was man sich von und nach dem Festival erwarten darf.

Das Spot on Denmark ist ein Festival, das alle Bühnenscheinwerfer auf das – zu Unrecht – musiktechnisch meist wenig beachtete Mini-Königreich im Norden Europas richtet. Bereits zum zweiten Mal logiert das wandernde Musikevent im B72 in Wien. Diesmal mit von der Party: Die drei dänischen Newcomer Cody, Vinnie Who und Sleep Party People. Das ist weiser, zarter Folk (Cody), pulsierender, abgedrehter Elektropop (Vinnie Who) und verträumte Akustikgitarren-Synthie-Spinnereien (Sleep Party People). Ausgewählt wurden die drei Acts von einer Jury mit exzellentem Musikgeschmack, bestehend aus Vertreten von FM4, The Gap, Gotv, Tba, Aman und Ink Music. Da kann ja nichts mehr schiefgehen.

Warum wollt ihr gerade dänische Musik den Wienern näherbringen? Hab ihr da eine gewisse Affinität?

Ink Music: Wir sind mit denen (Dänen?) schon lange befreundet, sie hatten die Idee, wir haben ja gesagt – so einfach ist das 🙂

Was sagt ihr als Label: Bringen die Dänen als Mini-5 Millionen-Land vergleichsweise überdurchschnittlich viele gute Musiker hervor? Welche Beispiele hättet ihr da?

Ink Music: Ich würde sagen sie sind überdurchschnittlich clever und organisiert, ihre außergewöhnlichen Talente nach „draussen“ zu bringen. Beispiele gibt’s am Donnerstag im B72.

Wie bekannt ist Spot on Denmark bereits, welchen Stellenwert nimmt es ein?

Ink Music: Spot on Denmark in Wien gibt’s zum zweiten Mal, langsam sickert bei den Leuten durch, dass wir hier nachhaltig versuchen, dänische Musik als Gesamtding interessant zu präsentieren. Die Bands sind in der Regel bei uns noch völlig unbekannt, trotzdem werden wir wieder volles Haus haben.

Nach welchen Kriterien wurden die Bands ausgewählt? Glaubt ihr, Cody, Vinnie Who und Sleep Party People werden 2011 groß durchstarten?

Ink Music: Die Jurymitglieder (FM4, Gotv, TBA, The Gap, Ink, Aman) haben alle ihre eigenen Kriterien, wir haben aber natürlich versucht, nicht drei völlig gleichartige Bands zu holen – das wäre etwas langweilig. Uns ging es um die Zusammenstellung eines musikalisch interessanten Abends, der repräsentativ für das ist, was gerade in Dänemark abgeht. Und alle drei Bands haben das Potential, dick durchzustarten – wer´s sein wird, können wir dann beim Spot 2012 diskutieren. Aus dem letztjährigen Pool sind z.B.: Ginger Ninja in Holland, Belgien und Asien sehr dick durchgestartet. When Saints Go Machine bringen dieser Tage via K7! Ihre neue Platte raus und gehören definitiv zu den „Bands to watch in 2011“.

Warum spielen denn nur drei Bands im B72? Wieso sind z.B.: Efterklang nicht dabei?

Ink Music: Einerseits entsprächen Efterklang nicht dem Prinzip der neuen, noch unbekannten Band, andererseits war es mit ihren Tourplänen nicht vereinbar. Wir lieben die Band heiß und werden alle zum Konzert in die Szene Wien (am 8. März) pilgern. Die Dänen bzw ihr Exportbüro finanziert die Reise nach Österreich für die Bands, kann aber das auch nicht für 15 Bands tun. Das B72 als Ort ist einerseits seit 11 Jahren die Heimat für den „Guten Club“ (auf dessen "Rücken" das Festival stattfindet), hat andererseits die ideale Mischung aus Clubgröße, Flair und guter Lage. Es ist eine sehr bewusste Wahl in diesen beiden Jahren gewesen.

Wie viele Besucher erwartet ihr?

Ink Music: Wir freuen uns auf sehr guten Besuch, bestenfalls auf den Gebrauch des „Ausverkauft“-Schildes.

Gibt’s was Vergleichbares wie Spot on Denmark aus anderen Nationen?

Ink Music: Es gibt immer wieder kleine und große Initiativen verschiedener Länder an verschiedenen Plätzen, so klar definiert, so konkret verfolgt und so deutlich artikuliert wie die Dänen hat das aber noch kaum jemand.

"Spot on Denmark"

Wien, B72

3. Februar 2011, 21 Uhr

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