Der XA geht in die nächste Runde. Seit 2017 wird der Award nun schon verliehen – und zwar im Rahmen des Festivals Waves Vienna sowie in Kooperation mit Mica – Music Austria, Austrian Music Export, Austro Mechana / SKE Fonds und Radio FM4. Folgende sechs Artists sind heuer nominiert.


Ava Fina
Weltschmerz, schwierige Lebensabschnitte und die Frage danach, was für ein Mensch man eigentlich sein möchte – diese zentralen Fragen beschäftigen auch Ava Fina. Die Sängerin verarbeitet all das in Form leichtfüßiger Popmusik, die oft unbeschwerter klingt als die tiefgründigen Themen, die sie besingt. So vermutet man hinter dem Song »Onions« nicht sofort eine Kritik an rücksichtslosen Menschen, »who make people cry like onions do«. Ava Fina mischt dabei englische mit spanischen Lyrics und paart das Ganze mit souligem Indie. Auf der EP »Simultaneously Stimulating« bündelt sie Musik über Erfahrungen, die eine*n umhauen, aber an denen man gleichzeitig wachsen kann.
Freitag, 2. Oktober, 20:45 Uhr, Loop

Cute Aggression
Als süßeste Versuchung, seit es in Wien Hyperpop gibt, sprengt dieses Duo jegliche Erwartung, wie Musik zu klingen hat. Aaron Abebe kennt die Bühne bereits von Bandprojekten wie Aux Portes und Breitband, Erika Schweighofer hat als Produzentin schon für Buntspecht und Verifiziert gearbeitet. Im Mai haben sie mit ihrem Debütalbum »Make Us Crash« bewiesen, dass die nostalgischen Gameboy-Sounds der Neunziger wieder dem Zeitgeist entsprechen. Mit ordentlich viel Synth, Bass und Ironie schallert dir die Musik von Cute Aggression regelrecht um die Ohren. »Das mag man. Oder halt nicht«, so die beiden. Wohl das kontrollierteste Chaos der Wiener Musikszene.
Donnerstag, 1. Oktober, 18:45 Uhr, Lucia

Tamara Flores
Wie sich tanzbarer Latin Pop, der liebliche Klang einer Querflöte und tiefgründige Texte vereinen lassen, zeigt Tamara Flores. Auf harte Reggaeton-Beats kann da schon mal ein opernhafter Klassikpart folgen – und anschließend Rap mit jeder Menge Attitude. Auch zwischen Spanisch und Deutsch entscheidet sich die mexikanisch-österreichische Sängerin bewusst nicht. Obwohl es erst eine Handvoll Songs von ihr zu hören gibt, war das letzte Jahr wild: Support-Slot bei Álvaro Soler, Nominierung für den FM4-Amadeus sowie zahlreiche Liveauftritte. Während sich ihre Lieder musikalisch stark unterscheiden, zieht sich textlich ein Thema durch: weibliche Selbstermächtigung.
Freitag, 2. Oktober, 22:30 Uhr, Lucia

Ivery
Dass Ivery früh musikalisch geprägt wurde, hört man rasch. Sie begann schon als Kind zu singen, studierte später Gesang und ist heute als Gesangslehrerin tätig – es war also nur eine Frage der Zeit, bis ihr erstes Album kommen würde. »Crack of Light« ist im Mai erschienen und klingt wie ein Liebesbrief an die Musik selbst. Von Alternative Pop über Rock und rohen Soul bis hin zu roboterhaften Vocodereffekten reicht die Bandbreite. Inhaltlich beschäftigt sich Ivery mit dem Druck der ständigen Selbstoptimierung, mit den Unsicherheiten unserer Zeit und damit, dass uns allen ein wenig Entschleunigung guttun würde.
Donnerstag, 1. Oktober, 21:30 Uhr, Kramladen

Peach Tinted
Wie durch eine rosarote – okay, eher pfirsichfarbene – Brille blicken Emil Paiker und Louis Springer auf die Welt. Themen wie die Angst, etwas verpasst zu haben, oder der Wunsch, die Gegebenheiten durch die Augen eines anderen Menschen zu sehen, werden in verträumten Indiepop verpackt. Dabei bewegt sich ihre Musik stets zwischen melancholischer Retrospektive und euphorischem Blick in die Zukunft. Gründe, sich zu freuen, gibt es auf jeden Fall: Ihr Song »The Unknown« hat sich international verselbstständigt – durch Tiktok fand er ein Publikum weit über Österreich hinaus. Seine letzte Tour hat das Duo nicht nur quer durch Europa geführt, sondern bis nach Mexiko.
Freitag, 2. Oktober, 19:45 Uhr, Kramladen

Aki Traar
Alle, die es in den letzten Jahren ins Volkstheater, ins Burgtheater oder zu den Salzburger Festspielen verschlagen hat, haben Aki Traars Kompositionen wohl bereits als musikalische Untermalung gehört. Neben Sounds für die österreichische Theater- und Filmlandschaft, produziert er aber auch Tracks für sein Soloprojekt. Dabei zählt für ihn vor allem eines: Musik muss ein Feeling vermitteln und darf ruhig ungewöhnlich klingen. Erwarte das Unerwartbare, quasi. Aki Traar pendelt dabei zwischen intimem Indiesound und verzerrtem Gitarrenrock. Mit »Haha« aus dem Album »Hound« ist ihm zuletzt der Sprung in die FM4-Charts gelungen. Neue Musik entsteht gerade.
Donnerstag, 1. Oktober, 19:45 Uhr, The Loft Main Floor
Die Verleihung das XA – Music Export Award 2026 findet am 3. Oktober um 19 Uhr im Rahmen des Showcase-Festivals Waves Vienna in der Albert Hall statt.