Alles ist endlich

Das neue Wælder-Video zu "Feder" führt uns in eine dunkle Künstler-Kommune, in der es nicht mit rechten Dingen zugeht.

Physisch an ein und demselben Ort zu sein, um Musik zu machen, ist in Zeiten von Dropbox und Wetransfer eigentlich nicht mehr unbedingt notwendig. Das beweist die Band Wælder. Preißler und Nahold sind Multiinstrumentalisten, zweiterer hat außerdem eine klassische Ausbildung an Cello, Saxophon und Schlagzeug genossen. Obwohl er auf Anachronie für Synthesizer, Beats, Soundscapes und Noise zuständig war, kam das dem Hörfluss des ganzen Albums zugute. Musikalische Erfahrung haben die beiden außerdem in Orchestern, Jazz Ensembles, Stoner Rock- und Punkbands gesammelt und als Film- und Theatermusiker gearbeitet.

Feder

Als zerstückelt, gepitcht, geschichtet und geloopt werden die Vocals beschrieben, die dann sanft verstörend, hypnotisch und weich wie ein weiteres Instrument in die Musik gebettet werden, um schlussendlich irgendwie in elektroiden Popsongs aufzugehen. Was die Anachronie des Albums betrifft sagt Jan "Unsere Songs haben keine erzählerische Funktion. Die Interpretation soll beim Hörer entstehen. Selbst für uns beide haben sie unterschiedliche Wirkungen und Interpretationsräume." Das Video zu "Feder" führt uns in eine Art dunkle Kommune, die ihrem Leben und ihrer Kunst in einem kargen, heruntergekommenen Haus nachgeht – Wien oder Berlin, es ist schwer zu sagen. Die einzelnen Gestalten scheinen von der Musik gesteuert zu sein, sie zucken zu den Beats, dann versuchen sie wieder sich ihnen sanft entgegenzuschmiegen – bis es richitg losgeht. Völlig von der Musik eingenommen, ja fast besessen geht die Künstler-WG an ihr manisches Werk…

Wælder spielen demnächst am Waves Festival in Wien.

Bild(er) © Screenshot "Feder", Paula Tschira
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